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Kritisch-faire Analyse des Jahresabschlusses 2023 der InvestInvent 32. Windpark GmbH & Co. KG aus Anlegersicht

Elf-Moondance (CC0), Pixabay

Die InvestInvent 32. Windpark GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 vorgelegt. Der Bericht zeigt ein solides Fundament im Anlagevermögen, aber auch eine hohe Abhängigkeit von Fremdkapital. Für Anleger ist insbesondere die Kapitalstruktur und der operative Kontext interessant.

Stabile Vermögensstruktur mit leichtem Rückgang

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr leicht von rund 4,7 Mio. Euro auf 4,35 Mio. Euro gesunken. Dieser Rückgang ist überwiegend auf Abschreibungen beim Sachanlagevermögen zurückzuführen, das wie erwartet leicht gefallen ist (von ca. 3,9 Mio. auf 3,52 Mio. Euro). Die Windkraftanlagen sind das zentrale Betriebsvermögen der Gesellschaft und werden planmäßig über 16 Jahre abgeschrieben. Das entspricht einem marktüblichen Bewertungsansatz.

Die liquiden Mittel sind mit rund 640.000 Euro auf dem Vorjahresniveau geblieben. Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände zeigen eine moderate Zunahme, was auf einen stabilen laufenden Geschäftsbetrieb hindeutet.

Sehr hohe Fremdkapitalquote – begrenzter Eigenkapitalpuffer

Ein kritischer Punkt ist die Kapitalstruktur: Das Eigenkapital liegt bei lediglich 297.362 Euro, was weniger als 7 % der Bilanzsumme entspricht. Das bedeutet: Über 93 % des Geschäfts werden durch Rückstellungen und vor allem Fremdkapital finanziert. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf über 3,6 Mio. Euro – der Großteil davon gegenüber Kreditinstituten.

Zwar ist eine hohe Fremdfinanzierung bei Projektgesellschaften im Bereich erneuerbarer Energien nicht unüblich, da feste Einspeiseerlöse zur Bedienung der Darlehen dienen. Dennoch ist aus Anlegersicht zu beachten, dass die geringe Eigenkapitaldecke nur geringen Puffer bei wirtschaftlichen Schwankungen oder technischen Problemen bietet.

Langfristige Verbindlichkeiten gesichert – aber umfangreiche Besicherung

Rund 3,2 Mio. Euro der Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr, davon 1,83 Mio. Euro über fünf Jahre. Diese Langfristigkeit schafft zwar Planungssicherheit, allerdings sind die Kredite umfassend besichert: durch Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen, Abtretung der Einspeiseerlöse und Versicherungsansprüche sowie Verpflichtungen zur Kapitaldienstreserve und Rückbausicherheit. Dies engt die Flexibilität der Gesellschaft erheblich ein.

Rückstellungen vollständig gebildet – auch Rückbau berücksichtigt

Die Rückstellungen (440.000 Euro) sind sachgerecht angesetzt und beinhalten u. a. Rückbauverpflichtungen, Pachtkosten und Prüfungsaufwendungen. Der Rückbau wird regelmäßig angespart – was aus Sicht der Anleger positiv zu bewerten ist, da künftige Belastungen eingeplant sind.

Keine Erträge – kein Bilanzgewinn

Auch 2023 weist die Gesellschaft erneut keinen Bilanzgewinn aus. Ob dies aus einem Nullergebnis oder einem verbleibenden Verlustvortrag resultiert, geht aus dem Abschluss nicht hervor. Für Anleger ist entscheidend: Ausschüttungen sind aktuell nicht vorgesehen. Sollte sich daran mittelfristig nichts ändern, stellt sich die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen der Beteiligung für die Anleger.

Transparente Berichterstattung, keine wesentlichen Ereignisse nach Bilanzstichtag

Positiv hervorzuheben ist die klare Struktur des Abschlusses und die vollständige Berichterstattung über Besicherungen, Rückstellungen und Verpflichtungen. Auch wurden keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag gemeldet, was auf einen ruhigen operativen Verlauf hindeutet.

Fazit aus Anlegersicht

Die InvestInvent 32. Windpark GmbH & Co. KG zeigt ein für Windkraftprojekte typisches Bild: Hohes Anlagevermögen, hohe Verschuldung, stabile Cashbestände – aber geringe Eigenkapitalbasis und keine Gewinnausschüttung. Aus Sicht von Investoren ist die Gesellschaft derzeit als langfristiges, aber defensives Anlagevehikel einzustufen. Wichtig ist die weitere Entwicklung der Ertragslage – denn ohne Bilanzgewinne bleibt der wirtschaftliche Mehrwert für Kommanditisten beschränkt.

Empfehlenswert ist, die Ergebnisentwicklung der Folgejahre sowie mögliche technische oder regulatorische Risiken im Blick zu behalten. Bei bereits bestehender Beteiligung sollten Gesellschafter ihre Rechte aktiv wahrnehmen und sich über etwaige Planabweichungen transparent informieren lassen.

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