Die vorliegenden Bilanzzahlen der Kabel- und Trassengemeinschaft WindStrom GmbH & Co. Windpark Hakenstedt I KG & Co. OHG für das Geschäftsjahr 2023 zeigen ein sehr kompaktes Zahlenbild. Mit einer Bilanzsumme von lediglich 7.058 Euro liegt der Fokus der Gesellschaft offenbar nicht auf der Projektfinanzierung, sondern auf einer administrativen oder infrastrukturellen Unterstützungsrolle im Rahmen eines größeren Windparkverbundes.
Stärken aus Anlegersicht
Übersichtliche Struktur:
Die Bilanz ist schlank und gut nachvollziehbar – ein typisches Merkmal von Betriebsgesellschaften mit begrenztem Tätigkeitsfeld, wie z. B. Kabel- oder Trassenpools für Windkraftprojekte.
Solider Anstieg des Umlaufvermögens:
Im Vergleich zum Vorjahr ist das Umlaufvermögen von rund 4.575 € auf 7.058 € gewachsen. Dies kann als Zeichen einer vorsichtigen, aber positiven Entwicklung gewertet werden – etwa durch Rücklagenbildung oder geringe Überschüsse.
Stabile Rückstellungen:
Mit 870 € Rückstellungen liegt die Gesellschaft nur geringfügig über dem Vorjahr (850 €), was auf eine konstante Risikovorsorge hinweist.
Kritische Aspekte aus Anlegersicht
Kein Eigenkapital ausgewiesen:
Besonders auffällig ist der fehlende Ausweis von Eigenkapital. Dies kann bedeuten, dass laufende Verluste in den Vorjahren das Kapital aufgezehrt haben oder dass ein atypisches Gesellschaftsmodell ohne klassische Eigenmittelstruktur vorliegt. Für Anleger wäre dies ein Warnsignal – die Gesellschaft scheint derzeit bilanziell ausschließlich über Verbindlichkeiten und Rückstellungen finanziert.
Hoher Fremdfinanzierungsanteil:
Die Verbindlichkeiten betragen 6.188 € und machen damit 87,7 % der Bilanzsumme aus. Für eine Gesellschaft dieser Größenordnung ist das vertretbar – aber nur, wenn eine klare Deckung durch Einzahlungen der Gesellschafter oder projektbezogene Rückflüsse besteht.
Geringe operative Aussagekraft:
Es fehlen Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung, etwa zu Erträgen aus Nutzungsgebühren oder Durchleitungsvergütungen. Damit lässt sich kaum beurteilen, ob die Gesellschaft kostendeckend arbeitet oder auf Mittelzuflüsse angewiesen ist.
Fazit für Anleger
Die Kabel- und Trassengemeinschaft erfüllt augenscheinlich eine klar abgegrenzte technische oder administrative Rolle im Rahmen eines Windparkbetriebs. Für Anleger oder Beteiligte ist sie nicht als Renditeobjekt, sondern als zweckgebundene Infrastrukturgesellschaft zu verstehen. Der geringe Umfang, das fehlende Eigenkapital und die ausschließlich fremdfinanzierte Struktur sind nicht kritisch, sofern die Gesellschafterverhältnisse eindeutig geregelt sind und kein operatives Risiko besteht.
Wer hier investiert oder beteiligt ist, sollte weniger mit Gewinnausschüttungen rechnen, sondern den Fokus auf Funktionssicherheit innerhalb des Gesamtprojekts legen. Voraussetzung: transparente Kommunikation der Muttergesellschaften und stabile Vertragsstrukturen.