Ein 47-jähriger Feuerwehrmann hat vor dem Landgericht Aschaffenburg gestanden, für eine Reihe von Bränden am bayerischen Untermain verantwortlich zu sein. In einer rund 120 Seiten umfassenden schriftlichen Einlassung räumte er zahlreiche Taten ein – jedoch nicht alle.
„Ich habe jeden einzelnen Fall, für den ich verantwortlich bin, eingeräumt“, sagte der Angeklagte, der Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr ist. Von den insgesamt 25 angeklagten Fällen von Brandstiftung und versuchter Brandstiftung bestreitet der Mann jedoch einige. Welche genau, blieb zunächst offen.
Keine Tötungsabsicht – nur Zerstörung?
Der Mann betonte, dass er niemanden habe schädigen wollen. Die Brände seien nicht aus Hass oder Rache entstanden, vielmehr habe ihn offenbar ein innerer Zwang getrieben. In einem Teil der Taten sieht die Staatsanwaltschaft eine besondere Gefährdungslage, weil Personen zu Schaden hätten kommen können. Dennoch habe es bislang keine Verletzten gegeben.
Hintergründe noch unklar
Das Motiv des Täters ist bislang nur teilweise beleuchtet. In psychiatrischen Gutachten soll geklärt werden, ob der Mann vermindert schuldfähig oder möglicherweise sogar schuldunfähig war. Für die Ermittler ist besonders brisant, dass der Angeklagte selbst Teil der Feuerwehr war – und bei einigen Einsätzen wohl auch mitlöschte.
Urteil in den kommenden Wochen erwartet
Das Verfahren sorgt in der Region für großes Aufsehen. Die Brandserie hatte monatelang für Angst und Unruhe gesorgt, bis der Mann im vergangenen Jahr festgenommen wurde. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.