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Tierwohl in Gefahr? Ermittlungen gegen US-Meerespark Gulf World

geralt (CC0), Pixabay

In Florida sorgt ein Meerespark derzeit für Schlagzeilen – und nicht im positiven Sinn: Das Gulf World Marine Park in Panama City Beach steht im Zentrum von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Tierquälerei. In den letzten zwölf Monaten sind dort laut lokalen Medien vier Delfine gestorben, drei davon allein im Oktober 2024. Ein weiterer Delfin soll sich Anfang März bei einer Show tödlich verletzt haben, als er sich im flachen Wasser den Kopf stieß.

Behörden greifen ein

Nach zunehmendem öffentlichen Druck und Berichten über schlechte Haltungsbedingungen wurde der Park nun von der Polizei und der Wildtierbehörde Floridas durchsucht. Der Einsatz erfolgte auf Anordnung des republikanischen Generalstaatsanwalts James Uthmeier, der in einem Social-Media-Beitrag erklärte: „Wir werden keinerlei Tiermissbrauch dulden.“

Besonders brisant: Laut Medienberichten soll der Betreiber – The Dolphin Company – zuvor Wildhüter daran gehindert haben, Zugang zu den Tieren zu erhalten. Eine Anfrage der BBC an das Unternehmen blieb bislang unbeantwortet.

Verdeckte Aufnahmen alarmieren Tierschützer

Die Tierschutzorganisation UrgentSeas veröffentlichte in den letzten Wochen mehrfach Drohnenaufnahmen, die Delfine in trüb-grünem Wasser zeigen. Für Phil Demers, Direktor von UrgentSeas, ein klares Zeichen: „Die Bedingungen verschlechtern sich rapide – und trotzdem bleiben die Tiere dort. Das ist inakzeptabel.“

Laut Website der Betreiber leben im Park neben Großen Tümmlern (Bottlenose Dolphins) auch andere Delfinarten, Seelöwen, Pinguine, Robben, Vögel und Reptilien. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, das Tierwohl dem Profit unterzuordnen und Tiere unter ungeeigneten Bedingungen für Shows und Besucherinteraktionen einzusetzen.

Was passiert als Nächstes?

Noch ist unklar, welche Konsequenzen die Durchsuchung für Gulf World und seinen Betreiber haben wird. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen nicht nur Geldstrafen – auch eine Schließung des Parks steht im Raum. Tierschützer fordern bereits die sofortige Umsiedlung der Tiere in artgerechte Einrichtungen.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Debatte rund um Meeresparks, Tier-Shows und das Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Tierschutz – nicht nur in den USA.

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