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Kanadas „Snowbirds“ distanzieren sich von den USA – Handelsstreit trübt das Verhältnis
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Kanadas „Snowbirds“ distanzieren sich von den USA – Handelsstreit trübt das Verhältnis

terimakasih0 (CC0), Pixabay

Immer mehr kanadische Rentnerinnen und Rentner, die traditionell den Winter in den warmen US-Staaten wie Florida oder Arizona verbringen, überdenken ihre Aufenthalte und Investments in den Vereinigten Staaten. Der wachsende politische und wirtschaftliche Streit zwischen den beiden Nachbarländern hat auch bei den sogenannten „Snowbirds“ Spuren hinterlassen.

🇨🇦✈️ Von Miami nach „Mal sehen…“

Sharon Savoy (65) aus der Nähe von Toronto sollte eigentlich gerade in ihrem Ferienhaus in Miami entspannen – doch sie hat ihre Reise abgesagt. Der Grund: die angespannten Beziehungen zwischen Kanada und den USA.

„Ich sollte eigentlich dort sein, aber wir überlegen ernsthaft, ob das noch eine gute Idee ist“, sagt sie gegenüber CNN.

Savoy ist nicht allein. Kanadier sind seit Jahren die größte Gruppe ausländischer Immobilienkäufer in den USA – 2024 machten sie 13 % aller Käufe aus, vor allem in Florida und Arizona. Doch inzwischen ziehen viele einen Verkauf ihrer US-Immobilien in Betracht oder sagen geplante Reisen ab.

😠 Frust in der Community – Boykottstimmung wächst

Laut Stephen Fine, Präsident der Plattform Snowbird Advisor, sind viele seiner Mitglieder „wütend, enttäuscht und frustriert“.
Einige lehnen es mittlerweile ab, US-Produkte zu kaufen oder Geld im Land auszugeben – aus Solidarität mit ihrer Regierung.

„Ich liebe mein Haus in Miami“, sagt Savoy. „Aber ich will nicht, dass mein Land denkt, ich unterstütze die USA in dieser bedrohlichen Zeit.“

💥 Handelskrieg eskaliert – wirtschaftliche Folgen drohen

Hintergrund ist ein zunehmender Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada. US-Präsident Donald Trump hat zuletzt 25 % Strafzölle auf kanadische Autoimporte angekündigt – Premierminister Mark Carney nannte dies einen „direkten Angriff“ auf bestehende Handelsabkommen.

Kanada reagierte mit Gegenzöllen auf US-Produkte in Milliardenhöhe. Experten warnen vor einer Rezession in Kanada, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Auch Trump-Drohungen, Kanada zu annektieren und zum „51. Bundesstaat“ zu machen, sorgen für Empörung.

📉 Tourismus- und Immobilienbranche unter Druck

Die Auswirkungen auf den Tourismus sind bereits deutlich spürbar:

  • 13 % weniger Flugreisen von Kanada in die USA im Februar

  • 23 % weniger Fahrten mit dem Auto

  • Seit März 2025: Rückgang der Flugbuchungen um über 70 %

In Florida melden Makler wie Share Ross eine starke Zunahme an Verkaufsangeboten durch Kanadier.

„Einige wollen unbedingt verkaufen – selbst mit Verlust“, so Ross.

Auch der Mietmarkt bricht ein.

„Ich hatte dieses Jahr keinen einzigen Mietinteressenten aus Kanada“, sagt sie.

Hinzu kommen weitere Probleme wie explodierende Versicherungsprämien in Florida und die wachsende Bedrohung durch Hurrikans, was die Attraktivität der Region zusätzlich senkt.

💵 Wechselkurs spielt ebenfalls eine Rolle

Der schwache kanadische Dollar, der im Vormonat den niedrigsten Stand seit 2003 erreicht hat, verteuert das Leben in den USA massiv – von Lebensmitteln bis Tanken. Gleichzeitig nutzen einige Kanadier den günstigen Zeitpunkt, um durch einen Immobilienverkauf in den USA Gewinne in Kanada zu realisieren.

Miles Zimbaluk, Immobilienberater in Arizona:

„Viele nehmen das Geld mit zurück nach Kanada – und machen dabei sogar Gewinn beim Umtausch.“

📌 Fazit: Keine Panik, aber ein spürbarer Bruch

Obwohl viele wie Sharon Savoy noch nicht verkaufen wollen, ist klar:
Das Vertrauen vieler Kanadier in die USA als sicheres und verlässliches Winterziel hat einen schweren Dämpfer erhalten.

„Ich liebe das Leben in Miami – aber wenn sich die Lage weiter verschlechtert, werde ich verkaufen. Nicht aus Angst. Sondern weil ich mich frage: Warum sollte ich noch dort investieren?“

Der politische Ton zwischen Ottawa und Washington beeinflusst längst auch persönliche Entscheidungen – der Schnee ist nicht mehr das Einzige, vor dem Kanadas Snowbirds fliehen wollen.

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