In der Nacht zum Sonntag, den 30. März 2025, werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt: Von 2 Uhr auf 3 Uhr. Die Umstellung auf die Sommerzeit soll das Tageslicht besser nutzen – doch der Preis dafür ist hoch. Für viele Menschen und Tiere bedeutet der Eingriff in den natürlichen Biorhythmus eine unnötige Belastung. Zahlreiche Studien zeigen, dass die vermeintlich harmlose Stunde weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Schlaf und Leistungsfähigkeit haben kann.
Der innere Takt gerät aus dem Gleichgewicht
Der menschliche Körper folgt einem fein abgestimmten, inneren Zeitgeber – der sogenannten circadianen Rhythmik. Dieser 24-Stunden-Rhythmus wird maßgeblich durch das natürliche Licht beeinflusst und steuert unter anderem Schlaf, Hormonproduktion, Körpertemperatur und Verdauung.
Durch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde gerät dieser Rhythmus aus dem Takt. Besonders betroffen sind Menschen mit empfindlichem Schlaf-Wach-System, wie ältere Personen, Kinder, Schichtarbeiter oder Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen. Auch für Tiere – insbesondere Nutztiere mit festen Fütterungszeiten – kann die plötzliche Umstellung Stress bedeuten.
Kurzfristige Effekte: Schlafmangel, Gereiztheit, Konzentrationsprobleme
In den Tagen nach der Zeitumstellung klagen viele Menschen über Schlafprobleme, Tagesmüdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsstörungen. Besonders heikel: Studien belegen einen Anstieg von Verkehrsunfällen und Arbeitsunfällen direkt nach der Umstellung auf die Sommerzeit. Auch das Herzinfarktrisiko steigt laut einer US-Studie in den Tagen danach leicht an.
Langfristige Folgen nicht zu unterschätzen
Wiederholte Eingriffe in den Biorhythmus können langfristig die innere Uhr aus dem Gleichgewicht bringen. Chronische Schlafdefizite und verschobene Tagesrhythmen erhöhen das Risiko für Stoffwechselstörungen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Körper braucht oft mehrere Tage, manchmal sogar Wochen, um sich wieder vollständig anzupassen.
Auswirkungen auf Tiere
Auch bei Tieren zeigt sich, wie stark biologische Rhythmen wirken. Kühe geben nach der Zeitumstellung oft weniger Milch, weil sie zur gewohnten Zeit gemolken werden wollen. Haustiere wirken unruhiger, weil sich Fütterungs- oder Spazierzeiten verschieben. In der Natur orientieren sich viele Tiere am Sonnenstand – nicht an der Uhr. Für sie ist die menschgemachte Zeitumstellung ein willkürlicher Eingriff.
Zeitumstellung vor dem Aus?
Seit Jahren gibt es Kritik an der Zeitumstellung. Bereits 2019 sprach sich das EU-Parlament für ein Ende der Umstellung aus, doch eine einheitliche Umsetzung scheiterte bislang an fehlender Einigung der Mitgliedsstaaten. Die gesundheitlichen Bedenken werden jedoch immer lauter – und wissenschaftlich zunehmend untermauert.
Fazit: Kleine Uhr – große Wirkung
Die Umstellung auf Sommerzeit am 30. März 2025 mag wie eine banale technische Anpassung erscheinen. Doch für unseren Körper – und den vieler anderer Lebewesen – ist sie ein spürbarer Eingriff in den natürlichen Rhythmus. Eine verlorene Stunde Schlaf ist mehr als nur ein kleines Ärgernis: Sie zeigt, wie eng unser Wohlbefinden mit der Zeit verknüpft ist, die nicht von Uhren, sondern von der Natur bestimmt wird.