In den USA wächst die Angst unter Muslimen vor neuen Einreisebeschränkungen unter Präsident Donald Trump. Medienberichten zufolge plant die Regierung ein neues Reiseverbot, das mehr als 40 Länder betreffen könnte – darunter viele mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.
Für Nadiah Alyafai, 22, könnte das bedeuten, ihre Familie in Jemen für Jahre nicht mehr zu sehen. Auch ihr Vater, ein legaler US-Einwohner, fürchtet, bei Ausreise nicht mehr zurückkehren zu dürfen. Solche Szenarien sorgen in muslimischen Gemeinschaften für zunehmende Unsicherheit.
Muslimische Organisationen wie der Council on American-Islamic Relations (CAIR) berichten von einer Welle der Angst. Viele Menschen befürchten, nach Auslandsreisen an der Rückkehr gehindert zu werden – selbst als US-Bürger. Zahra Billoo von CAIR in San Francisco spricht von „Paranoia“ in der Community. Selbst Hochzeiten würden aus Sorge vor Ausreisesperren verschoben.
Aktuelle Fälle wie die Inhaftierung muslimischer Studierender – u.a. Mahmoud Khalil (Columbia University), Rumeysa Ozturkat (Tufts University) und Alireza Doroudi (University of Alabama) – verstärken die Furcht. Außenminister Marco Rubio erklärte, seit Trumps Amtsantritt seien über 300 Visa widerrufen worden.
Haris Tarin vom Muslim Public Affairs Council warnt, dass die Meinungsfreiheit zunehmend unter Druck gerate. Die neuen Maßnahmen erinnerten an das „Muslim Ban“ von 2017, das später durch den Supreme Court bestätigt wurde – diesmal jedoch mit weniger öffentlichem Widerstand.
CAIR hat inzwischen eine Reiserichtlinie veröffentlicht. Muslimische US-Bürger und Green-Card-Inhaber werden darin gewarnt, bei Auslandsreisen besonders vorsichtig zu sein. Unter anderem empfiehlt CAIR, vor Reisen soziale Medien und Messenger-Apps vom Handy zu löschen und im Zweifel juristische Beratung einzuholen.