Bei einem umstrittenen Besuch auf der arktischen Insel Grönland hat US-Vizepräsident J.D. Vance scharfe Kritik an Dänemark geübt und offen eine stärkere Führungsrolle der USA ins Spiel gebracht. „Dänemark hat darin versagt, Grönland zu schützen“, sagte Vance am Freitag bei einem Auftritt auf einem US-Militärstützpunkt – fernab von Städten und der grönländischen Bevölkerung.
🇺🇸 „Die USA können es besser“ – Trump-Regierung umgarnt Grönland
In seiner Rede warf Vance dem NATO-Partner Dänemark vor, zu wenig in Sicherheit und Entwicklung Grönlands zu investieren. Grönland, das seit dem 18. Jahrhundert zu Dänemark gehört, verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen – ein Aspekt, der durch den Klimawandel und neue Schiffsrouten im Arktisraum zunehmend an geopolitischer Relevanz gewinnt.
„Sie haben die Sicherheit vernachlässigt und das Volk von Grönland unterfinanziert“, sagte Vance. „Das muss sich ändern.“
US-Präsident Donald Trump bekräftigte unterdessen im Weißen Haus:
„Wir brauchen Grönland – und zwar dringend. Für die internationale Sicherheit.“
Bereits 2019 hatte Trump mit dem Vorschlag für Schlagzeilen gesorgt, Grönland kaufen zu wollen – damals wurde das Vorhaben von Dänemark als absurde Provokation abgetan. Inzwischen jedoch wächst der Eindruck, dass Washington seinen Einfluss auf der Insel dauerhaft ausweiten will.
🇩🇰 Dänemark: Kritik „nicht fair“ – Grönland fühlt sich übergangen
Grönlands neu gewählter Premierminister Jens-Frederik Nielsen sprach von einem „Mangel an Respekt“ seitens der USA. Auch Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen wies die Vorwürfe Vances entschieden zurück:
„Wir haben über Jahre hinweg Seite an Seite mit den Amerikanern unter schwierigsten Bedingungen gestanden. Die Darstellung des Vizepräsidenten ist schlicht unfair.“
Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen räumte zwar ein, dass man mehr tun könne, betonte aber auch:
„Auch die Amerikaner haben ihre Präsenz stark zurückgefahren.“
Während im Kalten Krieg 17 US-Militärstützpunkte mit 10.000 Soldaten in Grönland betrieben wurden, seien es heute gerade einmal 200 Soldaten auf einem einzigen Stützpunkt.
❄️ USA kündigen Ausbau der Präsenz an – unter Verweis auf Russland und China
Vance kündigte an, dass die USA ihre militärische und strategische Präsenz in der Arktis ausbauen wollen – mit neuen Marineeinheiten, Eisbrechern und Investitionen. Russland und China hätten laut Vance „außergewöhnliches Interesse“ an der Region – dem müsse man etwas entgegensetzen.
Er betonte, man glaube an die Selbstbestimmung des grönländischen Volkes – nicht aber an die Führungsrolle Kopenhagens.
„Unser Konflikt ist nicht mit den Grönländerinnen und Grönländern – sondern mit der Führung in Dänemark.“
Fazit:
Der diplomatische Ton zwischen Washington und Kopenhagen verschärft sich. Was einst als Provokation begann, scheint sich nun zu einem handfesten geopolitischen Ringen um Einfluss, Ressourcen und strategische Vorherrschaft in der Arktis zu entwickeln. Grönland – das lange Zeit als abgelegenes Randgebiet galt – rückt mehr denn je ins Zentrum der internationalen Machtspiele.