Die Debatte um den Umgang mit dem wachsenden Wolfsbestand in Thüringen nimmt weiter Fahrt auf. Beim Verbandstag der Thüringer Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber in Erfurt forderte Verbandschef Sigmar Arnold ein konsequenteres Vorgehen gegen das Raubtier. Hintergrund sind die zunehmenden Angriffe auf Nutztiere sowie ein massiver Rückgang beim Muffelwild, das durch die Präsenz der Wölfe stark unter Druck geraten sei.
Arnold betonte, dass der Schutz der Weidetiere und die Bewahrung eines ausgewogenen Wildbestands nicht mehr gewährleistet seien. Besonders Landwirte beklagen regelmäßig hohe Verluste durch Wolfsrisse.
Auch die Politik reagiert auf die Forderungen: Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt kündigte an, sich für eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen einzusetzen. Ziel sei es, den gezielten Abschuss einzelner Wölfe zu erleichtern und damit den Schutz von Nutztieren zu verbessern.
Aktuell ist der Wolf in Deutschland nach europäischem Recht streng geschützt, Abschüsse sind nur in Ausnahmefällen möglich. Die Diskussion über eine Lockerung dieser Schutzbestimmungen wird bundesweit kontrovers geführt. In Thüringen dürfte sie nun an neuer Dynamik gewinnen.