Ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,7 hat am Freitag Südostasien erschüttert. Besonders betroffen sind Myanmar und Thailand. Nach offiziellen Angaben kamen allein in Myanmar mindestens 144 Menschen ums Leben, mehr als 730 wurden verletzt – Tendenz steigend. In Bangkok suchen Rettungskräfte nach über 100 verschütteten Personen unter den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses.
📍 Epizentrum in Myanmar – Nachbeben verschärfen die Lage
Das Beben ereignete sich gegen Mittag (Ortszeit) mit einem Epizentrum in Myanmar und wurde von mehreren starken Nachbeben begleitet – darunter eines mit Stärke 6,4. Die schwersten Schäden wurden aus der Stadt Mandalay, Myanmars zweitgrößter Metropole, gemeldet. In anderen Regionen stürzten Gebäude, Hotels und religiöse Einrichtungen ein. In der Stadt Tuangoo starben drei Menschen beim Einsturz einer Moschee, in Aung Ban forderte der Kollaps eines Hotels mindestens zwei Todesopfer.
🏗️ Hochhaus in Bangkok stürzt ein
In Bangkok, rund 700 Kilometer vom Epizentrum entfernt, wurde ein im Bau befindliches Hochhaus vollständig zerstört. Mindestens acht Menschen kamen bei dem Einsturz ums Leben, eine weitere Person starb an einem anderen Ort in der Hauptstadt. Über 110 Menschen werden in den Trümmern vermisst. Schulen wurden geschlossen, Hochhäuser evakuiert.
🛑 Ausnahmezustand in Myanmar – Militär bittet um Hilfe
Myanmars Militärregierung rief in sechs Regionen den Ausnahmezustand aus und appellierte in einer Fernsehansprache an die internationale Gemeinschaft um Unterstützung. Auch die Bevölkerung wurde zu Blutspenden aufgerufen. Junta-Chef General Min Aung Hlaing, der wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverbrechen international umstritten ist, zeigte sich überraschend offen für ausländische Hilfe und kündigte die Öffnung humanitärer Korridore an – auch in bisher für Hilfsorganisationen gesperrten Gebieten.
🌍 Internationale Reaktionen: Trump sagt Hilfe zu
US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag die Unterstützung durch die Vereinigten Staaten an:
„Wir werden helfen. Wir haben bereits mit den Verantwortlichen gesprochen.“
Auch Organisationen wie die Vereinten Nationen, Ärzte ohne Grenzen und der Internationale Rote Halbmond bereiten Hilfsmaßnahmen vor.
Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Myanmar bereits vor dem Erdbeben unter einem humanitären Notstand litt: Rund 3 Millionen Menschen sind Binnenvertriebene, über ein Drittel der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen.
🕵️♂️ Informationen aus Myanmar spärlich – Internetzensur erschwert Lageeinschätzung
Laut Amnesty International ist das Ausmaß der Zerstörung in Myanmar derzeit kaum abzuschätzen. Aufgrund der strikten Medienkontrolle der Militärregierung gelangen nur wenige Informationen aus dem Katastrophengebiet.
„Dass mehr Bilder aus Thailand als aus dem Epizentrum in Myanmar auftauchen, zeigt die erschütternde Realität der Presseunterdrückung seit dem Putsch 2021“, so Amnesty-Experte Joe Freeman.
🇹🇭 Thailand: Gefahr gebannt – keine Tsunami-Warnung
Die thailändische Regierung sprach am Freitagabend von einer Stabilisierung der Lage. Premierministerin Paetongtarn Shinawatra erklärte, es bestehe keine Tsunami-Gefahr. Die Schäden seien vor allem an Gebäuden in Bauphase aufgetreten.
Fazit:
Ein schweres Erdbeben hat eine Region getroffen, die ohnehin von politischen und humanitären Krisen erschüttert wird. Die Zahl der Toten könnte noch deutlich steigen. Internationale Hilfe wird dringend benötigt – und sie könnte Myanmar erstmals seit Jahren auch politisch isoliert betrachtet wieder in den Blick der Weltgemeinschaft rücken.