US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab Mittwoch neue Importzölle auf ausländische Autos zu erheben. Ziel sei es, die Produktion in den USA zu stärken. Für Fahrzeuge, die vollständig in den Vereinigten Staaten hergestellt werden, soll laut Trump kein Zoll gelten.
Doch was bedeutet „Made in America“? Laut Daten der US-Verkehrsbehörde NHTSA enthält jedes der rund 500 untersuchten Modelle mindestens 20 % ausländische Komponenten. Selbst der Ford F-150 besteht zu über 50 % aus importierten Teilen. Die Cadillac CT4 wird zwar in den USA montiert, besteht aber nur zu 15 % aus US- oder Kanada-Teilen.
Analysten wie Joseph Yoon (Edmunds) warnen: „Kein Auto besteht zu 100 % aus US-Teilen. Die Zölle werden weltweit Auswirkungen haben.“
Besonders betroffen sind Hersteller wie General Motors, Toyota, Hyundai und Nissan – sie importieren über 50 % ihrer Fahrzeuge. Ford und Tesla sind weniger anfällig: Ford importiert nur rund 20 % seiner Modelle, Tesla produziert ausschließlich in den USA. Doch auch diese Hersteller nutzen importierte Teile und bleiben daher nicht völlig verschont.
Für Verbraucher bedeutet das: höhere Preise. Laut Bank of America könnten Neuwagenpreise um bis zu 10.000 USD steigen, realistischer seien jedoch rund 4.500 USD.
Langfristig könnten die Zölle mehr US-Produktionsstätten und Arbeitsplätze bringen – ein Ziel, das etwa die Autoarbeitergewerkschaft UAW unterstützt. Doch laut Experten wie Daniel Ives (Wedbush) dauert es Jahre und kostet Milliarden, bis Teile der Lieferkette zurück in die USA verlagert werden können.
Einige Hersteller, wie Volvo, erwägen Produktionsverlagerungen in die USA. Andere könnten jedoch auf ein Ende der Zölle hoffen – entweder durch Kurswechsel Trumps oder einen Regierungswechsel.