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E-Scooter als Risiko auf Rädern – Rücksichtslosigkeit als Hauptursache für Unfälle

dimitrisvetsikas1969 (CC0), Pixabay

Was einst als umweltfreundliche Mobilitätslösung für den urbanen Alltag gefeiert wurde, entpuppt sich zunehmend als unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr: E-Scooter. Eine aktuelle Studie der Chalmers University of Technology im schwedischen Göteborg liefert nun alarmierende Einblicke in das Unfallgeschehen rund um die beliebten Elektroflitzer – und stellt den Fokus dabei weniger auf technische Mängel als vielmehr auf das Verhalten der Fahrer selbst.

Die Ergebnisse der Forscher zeichnen ein deutliches Bild: Unfälle mit E-Scootern sind in der überwiegenden Mehrheit auf leichtsinniges oder sogar mutwillig riskantes Fahrverhalten zurückzuführen. Besonders auffällig dabei sind Szenarien, die eigentlich jedem Verkehrsteilnehmer als No-Go gelten sollten – etwa das Fahren mit nur einer Hand, häufig während die andere das Smartphone bedient. Auch Fahrten in Gruppen, bei denen nebeneinander oder versetzt gefahren wird, erhöhen die Unfallwahrscheinlichkeit erheblich. In vielen Fällen sei es zur Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern oder feststehenden Objekten gekommen, so die Forscher.

Was die Wissenschaftler besonders überrascht hat, ist ein bislang kaum erforschtes Phänomen: Einige E-Scooter-Nutzer verursachen laut Studie absichtlich gefährliche Situationen – etwa durch riskante Manöver, abruptes Bremsen oder provozierte Zusammenstöße. Dieses Verhalten sei in dieser Form spezifisch bei E-Scootern zu beobachten und habe eine neue, besorgniserregende Dimension erreicht.

„Es scheint, als würden sich manche Fahrer auf E-Scootern weniger an die üblichen Verkehrsregeln gebunden fühlen“, erklärt einer der Studienautoren. „Die Hemmschwelle, riskantes Verhalten zu zeigen, ist deutlich niedriger als beispielsweise beim Fahrrad oder Auto.“

Die Forscher fordern daher gezielte Maßnahmen, um dem Trend entgegenzuwirken – etwa durch verstärkte Aufklärung, strengere Regelkontrollen und möglicherweise technische Einschränkungen, wie etwa eine automatische Geschwindigkeitsdrosselung in besonders gefährdeten Zonen. Auch Anbieter von E-Scootern stünden zunehmend in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, etwa durch Sicherheitskampagnen oder durch Designlösungen, die riskantes Verhalten erschweren.

Angesichts der zunehmenden Zahl von E-Scootern in europäischen Städten wird die Diskussion um deren Sicherheit und die Verantwortung ihrer Nutzer wohl nicht abreißen. Klar ist: Was als flexible Fortbewegungsform begann, darf nicht zur Gefahr für alle werden – weder für die Fahrer selbst noch für ihre Mitmenschen.

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