In sechs Bundesländern hat es am Dienstagmorgen umfangreiche Durchsuchungen wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung gegeben. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, richtet sich das Verfahren gegen insgesamt 17 Beschuldigte. Sie sollen der international vernetzten Gruppierung „Brigade N’Hamedu“ angehören oder diese mitgegründet haben – mit dem erklärten Ziel, die Regierung in Eritrea gewaltsam zu stürzen.
Laut Ermittlern soll die Gruppe nicht nur in Deutschland, sondern auch in weiteren Ländern aktiv sein. In der Bundesrepublik haben die mutmaßlichen Mitglieder offenbar leitende Funktionen innerhalb der Organisation übernommen. Die Gruppe steht im Verdacht, gewaltsame Ausschreitungen bei regierungsnahen Veranstaltungen von Exil-Eritreern organisiert und koordiniert zu haben.
Die Razzien fanden in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg statt. Ziel war es, Beweismaterial sicherzustellen und die Strukturen der Gruppe weiter aufzuklären. Festnahmen wurden bislang nicht bestätigt.
Die „Brigade N’Hamedu“ gilt als radikal oppositionell gegenüber dem Regime von Präsident Isayas Afewerki, das Eritrea seit Jahrzehnten autoritär regiert. In Deutschland kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Ausschreitungen bei politischen Veranstaltungen der Diaspora – teils mit Verletzten und massiven Polizeieinsätzen. Die Bundesanwaltschaft sieht in der Gruppe eine erhebliche Gefahr für die innere Sicherheit.