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Sponsoring auf der Präsidentenwiese: Weißes Haus sucht Großspender für das traditionelle Osterfest

Olga_Fil (CC0), Pixabay

Die Trump-Regierung hat eine neue Methode gefunden, um ein traditionelles Familienevent mit großem wirtschaftlichen Potenzial zu versehen: Das berühmte White House Easter Egg Roll, ein seit 1878 bestehendes Osterfest, wird erstmals mit großzügigen Sponsoring-Angeboten an Unternehmen vermarktet.

Mit Preisen zwischen 75.000 und 200.000 Dollar sollen Firmen nicht nur finanzielle Unterstützung leisten, sondern auch exklusiven Zugang zu Branding-Möglichkeiten auf dem Gelände des Weißen Hauses erhalten. Die Sponsoren dürfen sich auf „nationale Sichtbarkeit“ und ein „VIP-Brunch mit FLOTUS“ freuen – so zumindest verspricht es ein von CNN eingesehenes Werbedokument.

Von der Ostereiersuche zum Werbeevent

Bisher wurde das Osterfest traditionell über private Spenden finanziert, insbesondere durch den American Egg Board, der auch in diesem Jahr wieder die Eier liefert. Doch die aktuelle Initiative geht einen Schritt weiter: Sponsoren erhalten „Namensrechte für zentrale Eventbereiche“, „Logos auf Veranstaltungsschildern“, „individuell gebrandete Osterkörbchen“ und sogar „Erwähnungen in offiziellen Social-Media-Posts“.

Einige Ethik-Experten und ehemalige Regierungsbeamte reagieren entsetzt. Richard Painter, Ethikberater unter Präsident George W. Bush, hält das Sponsoring für einen klaren Verstoß gegen langjährige Normen:

„Das ist kein Football-Stadion, wo überall Logos für Geld platziert werden. Das Weiße Haus ist nicht der Super Bowl.“

Kritik an der Kommerzialisierung des Weißen Hauses

Das Sponsoring könnte weitreichende Implikationen haben. Experten wie Donald Sherman von der Ethikorganisation CREW sehen darin eine gefährliche Öffnung der US-Regierung für wirtschaftliche Einflussnahme:

„Es ist eine Sache, wenn Firmen das Event unterstützen. Aber so eine direkte Werbeaktion mit White-House-Logo und VIP-Zugang ist beispiellos.“

Hinzu kommt die Frage nach der rechtlichen Absegnung: Unklar ist, ob die Rechtsabteilung des Weißen Hauses dieser neuen Finanzierungsstrategie offiziell zugestimmt hat. In der Vergangenheit gab es strenge Regeln: Beispielsweise durfte Coca-Cola gespendetes Wasser nicht in markeneigenen Kühlboxen lagern – um jegliche kommerzielle Einflussnahme zu vermeiden.

Ein weiterer Bruch mit der Tradition

Die Trump-Regierung hat bereits in der Vergangenheit den offiziellen Rahmen des Weißen Hauses für Werbeauftritte genutzt – zuletzt mit der Tesla-Präsentation auf dem Rasen des Präsidentenanwesens. Doch die Monetarisierung eines staatlichen Familienevents in dieser Form könnte einen neuen Präzedenzfall schaffen.

Während die Regierung die Vorteile der zusätzlichen Mittel betont – unter anderem sollen überschüssige Gelder für das Halloween-Fest oder den Unabhängigkeitstag genutzt werden – bleibt die Frage: Wird das Weiße Haus künftig ein Werbeplatz für Großkonzerne?

Fest steht: Dies ist nicht mehr das Osterfest deiner Großmutter.

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