Mehr als 25 Jahre nach dem wohl berüchtigtsten politischen Sexskandal der US-Geschichte meldet sich Monica Lewinsky erneut zu Wort – und diesmal mit einer klaren Meinung: Bill Clinton hätte nach Bekanntwerden ihrer Affäre zurücktreten sollen.
In einem Interview für den Podcast „Call Her Daddy“ erklärte Lewinsky, dass der ehemalige US-Präsident entweder seinen Fehler hätte zugeben und zurücktreten oder einen anderen Weg finden sollen, „der nicht aus Lügen bestand und nicht darin, eine junge Frau unter den Bus zu werfen.“
Rückblick auf den Skandal: Machtmissbrauch und Medienhetze
Lewinsky war 22 Jahre alt, als sie eine sexuelle Beziehung mit dem damals 49-jährigen Clinton begann. Der Präsident bestritt die Vorwürfe zunächst vehement mit dem legendären Satz: „I did not have sexual relations with that woman.“ Später musste er jedoch einräumen, dass er doch eine unangemessene Beziehung mit Lewinsky hatte.
Das Repräsentantenhaus leitete daraufhin ein Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton ein, doch der Senat sprach ihn frei – er blieb im Amt. Für Lewinsky selbst hatte die Affäre allerdings massive Konsequenzen: Medienhetze, öffentlicher Spott und das Stigma einer „Skandal-Frau“, das sie jahrelang begleitete.
Generation Z sieht den Skandal anders
Heute wird Lewinsky deutlich differenzierter betrachtet, insbesondere von jüngeren Generationen. Sie sieht darin einen gesellschaftlichen Wandel:
„Die jüngeren Generationen haben insistiert, diese Geschichte neu zu bewerten, weil sie nur die Fakten sahen – ohne die mediale Gehirnwäsche, die damals betrieben wurde.“
Tatsächlich sehen viele Menschen heute die Affäre nicht mehr nur als persönliche Verfehlung, sondern als Machtmissbrauch eines Präsidenten gegenüber einer jungen Mitarbeiterin.
Kein großes Sorry – aber auch kein Bedarf mehr
In den letzten Jahren haben sich einige Beteiligte bei Lewinsky entschuldigt – allerdings nicht die „großen Namen“. Dennoch sagt sie heute: „Ich brauche es nicht mehr.“
Seit 2014 setzt sie sich als Aktivistin gegen Cybermobbing und öffentliche Demütigung ein, hielt eine viel beachtete TED-Talk-Rede und produzierte die Doku „15 Minutes of Shame“.
Nun hat sie ihren eigenen Podcast namens „Reclaiming“ gestartet, in dem sie Frauen interviewt, die nach öffentlichem Fall eine zweite Chance ergriffen haben – genau wie sie selbst.