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Umstrittenes Transgender-Gesetz in Ohio: Schulen müssen neue Regeln umsetzen

geralt (CC0), Pixabay

Seit Dienstag gilt in Ohio ein neues Gesetz, das die Nutzung von Toiletten und Umkleideräumen für Transgender-Schülerinnen und -Schüler erheblich einschränkt. Das umstrittene Senate Bill 104, das im November von Gouverneur Mike DeWine unterzeichnet wurde, verpflichtet öffentliche und private Schulen dazu, ihre Sanitäranlagen strikt nach dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zu trennen.

Befürworter des Gesetzes argumentieren, es diene dem Schutz von Kindern. Kritiker hingegen, darunter LGBTQ-Organisationen wie TransOhio, warnen davor, dass es die Ausgrenzung und Diskriminierung von Transgender-Personen weiter verschärfe.

Proteste gegen das Gesetz und rechtliche Unsicherheiten

Am Dienstagabend versammelten sich über 120 Menschen vor dem Ohio Statehouse in Columbus, um gegen das neue Gesetz zu demonstrieren. „Transrechte sind Menschenrechte“, erklärte der Demonstrant Scott Hammond und betonte, dass die Debatte weit über das Thema Toiletten hinausgehe.

Obwohl bislang noch keine Klagen gegen das Gesetz eingereicht wurden, beobachten Anwälte der American Civil Liberties Union (ACLU) die Umsetzung genau. Ein Problem: Das Gesetz enthält keine klaren Vorgaben zur Durchsetzung oder Strafen für Schulen, die sich nicht daran halten.

Wie Schulen auf das neue Gesetz reagieren

Viele Bildungseinrichtungen haben ihre Richtlinien bereits geändert:

  • University of Cincinnati: Installierte neue Schilder mit den Bezeichnungen „biologische Männer“ und „biologische Frauen“. Ein QR-Code darauf verweist auf eine Liste mit Einzeltoiletten auf dem Campus.
  • Ohio State University (OSU): Sah keinen Handlungsbedarf, da die bestehenden Toiletten bereits nach „biologischem Geschlecht“ getrennt sind. Die Uni bietet 450 Einzeltoiletten als Alternative an.
  • Columbus State Community College: Beibehaltung der bisherigen Mischung aus Einzel- und Mehrpersonen-Toiletten.

In den K-12-Schulen (Grund- und weiterführende Schulen) gibt es unterschiedliche Reaktionen:

  • Columbus City Schools hob eine frühere Regelung auf, die es Transgender-Schülern erlaubte, Toiletten nach eigener Geschlechtsidentität zu wählen.
  • Upper Arlington Schools änderten die Beschilderung an Unisex-Toiletten in „Einzelbelegung“.
  • Cincinnati Public Schools betonten, dass alle Schulen über geschlechtsneutrale Toiletten verfügen.
  • Mason City Schools arbeiten mit betroffenen Schülern und deren Familien an individuellen Lösungen.

Ein landesweiter Trend

Ohio ist nicht der einzige Bundesstaat mit solchen Vorschriften. Laut der Human Rights Campaign gibt es inzwischen mehr als ein Dutzend US-Bundesstaaten, die Transgender-Personen den Zugang zu Toiletten ihrer Wahl verwehren.

Zudem beobachten LGBTQ-Organisationen eine zunehmende Zahl von Gesetzen, die Transgender-Menschen in verschiedenen Lebensbereichen einschränken. Die ACLU verzeichnete allein im Jahr 2024 über 500 Gesetzesinitiativen, die sich gegen LGBTQ-Rechte richteten.

Die Auswirkungen dieser Regelungen sind bereits spürbar: Studien zeigen, dass sich immer mehr LGBTQ-Jugendliche und ihre Familien gezwungen sehen, in progressivere Bundesstaaten umzuziehen, um der wachsenden Unsicherheit zu entkommen.

Während Schulen und Universitäten in Ohio versuchen, das neue Gesetz bestmöglich umzusetzen, bleibt die Debatte über dessen gesellschaftliche Auswirkungen weiterhin hoch umstritten.

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