1. Gesamtbewertung der finanziellen Lage Die Bilanzsumme der Windpark Fläming 1 GmbH & Co. KG hat sich im Geschäftsjahr 2023 von 24.727.491,12 EUR auf 21.032.978,22 EUR reduziert, was einem Rückgang von rund 15 % entspricht. Die wesentlichen Veränderungen betreffen die Abnahme des Anlage- und Umlaufvermögens sowie eine Reduzierung des Eigenkapitals und der Verbindlichkeiten.
2. Analyse der Aktivseite
- Das Anlagevermögen ist von 19.185.073,00 EUR auf 17.313.351,00 EUR gesunken (-9,8 %). Dies ist hauptsächlich auf planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.871.722,00 EUR zurückführbar. Investitionen oder Ersatzbeschaffungen scheinen nicht erfolgt zu sein.
- Das Umlaufvermögen ist mit 3.563.400,57 EUR gegenüber dem Vorjahr (5.394.812,61 EUR) um 33,9 % geschrumpft. Besonders auffällig ist die starke Reduktion der liquiden Mittel um rund 38 % auf 2.995.860,29 EUR. Dies deutet auf signifikante Mittelabflüsse hin.
- Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 516.650,80 EUR und sind im Vergleich zum Vorjahr (564.527,13 EUR) leicht rückläufig (-8,5 %). Dies weist auf eine solide Forderungsstruktur hin.
- Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von 19.005,77 EUR auf 50.889,48 EUR (+167,8 %), was näher analysiert werden sollte.
3. Analyse der Passivseite
- Das Eigenkapital ist von 9.497.415,20 EUR auf 7.769.321,55 EUR gesunken (-18,2 %).
- Die kumulierten Gewinne stiegen leicht von 3.805.190,18 EUR auf 4.237.096,53 EUR (+11,3 %).
- Die Entnahmen wuchsen jedoch deutlich von 4.477.480,54 EUR auf 6.637.480,54 EUR (+48,3 %), was zur Eigenkapitalreduktion beitrug.
- Die Rückstellungen sind um 55,8 % von 904.993,12 EUR auf 399.775,38 EUR gesunken. Besonders auffällig ist der komplette Wegfall der Steuerrückstellungen (Vorjahr: 265.091,15 EUR), was auf steuerliche Effekte oder Verluste hindeuten könnte.
- Die Verbindlichkeiten sanken um 10,2 % von 14.325.082,80 EUR auf 12.863.881,29 EUR.
- Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich um 11,2 % von 14.110.594,00 EUR auf 12.530.702,00 EUR, was auf Tilgungen hinweist.
- Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen signifikant von 68.894,71 EUR auf 264.650,38 EUR (+284,2 %), was steuerliche Verpflichtungen beinhaltet.
4. Ertragslage und wirtschaftliche Entwicklung
- Die Gesellschaft erzielt ihre Umsatzerlöse ausschließlich aus dem Stromverkauf. Die genaue Höhe der Umsatzerlöse wurde nicht offengelegt, was die Ertragsanalyse erschwert.
- Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten hohe Wartungs- und Reparaturkosten (529 TEUR), Pacht- und Nutzungsentgelte (312 TEUR) sowie Verwaltungsgebühren (222 TEUR). Diese Fixkostenstruktur stellt ein Risiko dar, insbesondere wenn die Umsatzerlöse stagnieren oder sinken.
- Die Zinsaufwendungen betrugen 172 TEUR und resultieren aus den Bankverbindlichkeiten.
- Die starke Erhöhung der Entnahmen bei gleichzeitig sinkendem Eigenkapital kann sich langfristig nachteilig auf die finanzielle Stabilität auswirken.
5. Risikobewertung und kritische Punkte aus Anlegersicht
- Eigenkapitalentwicklung: Die starke Reduzierung des Eigenkapitals durch hohe Entnahmen ist kritisch zu bewerten, da sie die Finanzstabilität der Gesellschaft beeinträchtigen könnte.
- Sinkende Liquidität: Die liquiden Mittel haben sich um fast 40 % reduziert, was auf erhöhte Entnahmen oder Tilgungen zurückzuführen ist. Eine langfristige Sicherstellung der Liquidität sollte gewährleistet sein.
- Rückstellungen: Der starke Rückgang der Rückstellungen, insbesondere der Steuerrückstellungen, deutet auf eine veränderte steuerliche Situation hin, die näher untersucht werden sollte.
- Verbindlichkeiten: Die Tilgung von Bankverbindlichkeiten ist positiv, jedoch sollte geprüft werden, ob die Tilgungsstruktur mit den Einnahmen harmoniert.
- Kostenstruktur: Die hohen fixen Betriebsaufwendungen, insbesondere für Wartung und Pacht, erfordern eine stabile Ertragslage.
- Investitionen: Die ausbleibenden Investitionen in das Anlagevermögen könnten langfristig problematisch sein, falls Ersatzinvestitionen erforderlich werden.
6. Fazit und Handlungsempfehlungen Der Jahresabschluss der Windpark Fläming 1 GmbH & Co. KG zeigt eine solide, jedoch leicht abgeschwächte Finanzlage. Die positiven Aspekte umfassen die Tilgung von Verbindlichkeiten und die moderate Gewinnentwicklung. Jedoch gibt es wesentliche Risikofaktoren, die Investoren beachten sollten:
- Prüfung der Entnahmenpolitik: Hohe Entnahmen führen zu einer Eigenkapitalreduzierung und könnten langfristig die Finanzstabilität gefährden.
- Liquiditätsmanagement verbessern: Der drastische Rückgang der liquiden Mittel sollte analysiert werden, um potenzielle Engpässe zu vermeiden.
- Ertragskraft sichern: Da Umsatzerlöse nicht explizit angegeben sind, sollte geprüft werden, ob diese ausreichen, um die Betriebskosten und Zinsaufwendungen langfristig zu decken.
- Nachhaltige Investitionsstrategie entwickeln: Der Anlagenwert sinkt durch Abschreibungen. Langfristig sind Investitionen erforderlich, um die technische Infrastruktur zu erneuern und die Ertragskraft zu erhalten.
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss eine gemischte Entwicklung: Die Tilgung von Schulden ist positiv, aber die Reduzierung von Eigenkapital und Liquidität stellt ein potenzielles Risiko dar. Anleger sollten die langfristige Strategie des Unternehmens und insbesondere die Mittelverwendung für Entnahmen und Investitionen genau beobachten.