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Trumps Zoll-Pläne könnten Inflation massiv anheizen

Chickenonline (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump plant umfassende „reziproke Zölle“ auf Importe aus dem Ausland. Eine neue Studie warnt, dass diese Maßnahmen die Inflationsrate fast verdoppeln könnten, wenn sie vollständig umgesetzt werden.

„Das wäre ein echter Schock für die US-Wirtschaft“, sagt Gary Hufbauer, Wirtschaftsexperte am Peterson Institute for International Economics.

Was sind reziproke Zölle?

Trumps Plan sieht vor, dass die USA Importzölle erheben, die exakt den Steuern, Subventionen und Handelsbarrieren anderer Länder entsprechen. Beispielsweise erhebt die EU 10 % Zoll auf importierte Autos, während die USA nur 2,5 % verlangen. Indien setzt sogar 100 % auf US-Motorräder, während die USA nur 2,4 % berechnen.

Laut Paul Ashworth von Capital Economics könnten US-Importe folgende durchschnittliche Gesamtzölle treffen:

  • 29 % für Waren aus Indien
  • 28 % für Brasilien
  • 25 % für die EU
  • 23 % für Mexiko
  • 19 % für Kanada

Zum Vergleich: Der aktuelle durchschnittliche Zollsatz für US-Importe beträgt unter 3 %.

Wie beeinflussen Zölle die Inflation?

Laut Prognosen würde der durchschnittliche Zollsatz in den USA auf 20 % steigen, was die Inflation um 2 Prozentpunkte anheben könnte. Deutsche-Bank-Ökonom Justin Weidner erwartet, dass Unternehmen etwa die Hälfte der Kosten an Verbraucher weitergeben, wodurch die Inflation auf 3,6 % steigen würde.

Da sich die Inflation zuletzt bei 2,6 % stabilisiert hatte, könnte dieser Anstieg die Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) verzögern. Sollte sich das Preisniveau längerfristig erhöhen, könnte dies eine Lohn-Preis-Spirale auslösen.

Trump setzt auf Druck und Verhandlungen

Die Trump-Regierung sieht die Zölle nicht nur als Schutzmaßnahme, sondern auch als Verhandlungsstrategie. Die größten Handelspartner mit hohen Defiziten sollen zuerst ins Visier genommen werden.

Bereits jetzt hat Trump:

  • 10 % Zölle auf China eingeführt
  • 25 % Zölle auf Stahl und Aluminium
  • 25 % Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko (verschoben bis März)

Fazit: Wirtschaftliches Risiko oder politisches Kalkül?

Während einige Experten glauben, dass Trumps Steuererleichterungen die negativen Effekte der Zölle ausgleichen könnten, warnen andere vor einer komplizierten Berechnung tausender Importzölle und einer möglichen Schwächung der US-Wirtschaft durch höhere Preise.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob Trumps Strategie zu besseren Handelsabkommen führt – oder die Inflation wieder anheizt.

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