Studierende in den USA können sich künftig nicht mehr als nicht-binär identifizieren, wenn sie staatliche Finanzhilfe für ihr Studium beantragen. Die Trump-Regierung hat am Dienstag angekündigt, die entsprechende Option aus dem FAFSA-Formular (Free Application for Federal Student Aid) zu streichen.
„Biologische Realität“ als Begründung
Laut dem US-Bildungsministerium wurde die Entscheidung aufgrund eines Dekrets von Präsident Trump getroffen, das Bundesbehörden anweist, nur noch zwei Geschlechter – männlich und weiblich – anzuerkennen.
James Bergeron, der kommissarische Bildungsunterstaatssekretär, verteidigte die Änderung mit den Worten:
„Familien und Studierende sind auf das FAFSA-Formular angewiesen, um ihre Zukunft zu planen. Verzögerungen oder unnötige Politisierung sind völlig inakzeptabel.“
Kritiker sehen darin jedoch einen weiteren Angriff auf die LGBTQ+-Community durch die Trump-Regierung.
Finanzielle Auswirkungen für LGBTQ+-Studierende
Die Streichung der nicht-binären Option könnte für viele queere und trans Personen zusätzliche Herausforderungen bedeuten. Laut einer Studie der UCLA sind LGBTQ+-Studierende viermal häufiger gezwungen, eine Hochschule außerhalb ihres Heimatstaates zu wählen, um Akzeptanz zu finden. Da dies meist mit höheren Studiengebühren verbunden ist, sind sie besonders auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Auf der Website des Bildungsministeriums hieß es bislang, trans Studierende sollten das Geschlecht angeben, mit dem sie sich identifizieren. Ob diese Empfehlung bestehen bleibt oder ebenfalls geändert wird, ist noch unklar.
Die Entscheidung der Trump-Regierung dürfte die Debatte über Rechte von LGBTQ+-Personen im Bildungssystem weiter anheizen. Kritiker befürchten, dass dies nur der Anfang einer weitergehenden Einschränkung geschlechtlicher Vielfalt in offiziellen Dokumenten sein könnte.