1. Finanzielle Stabilität und Kapitalstruktur
Hoher Fremdkapitalanteil: Mit 5,47 Mio. EUR Verbindlichkeiten bei einer Bilanzsumme von 6,03 Mio. EUR ergibt sich eine extrem hohe Verschuldung. Das Eigenkapital beträgt nur 337.452 EUR, was eine Eigenkapitalquote von ca. 5,6 % bedeutet – ein sehr niedriger Wert.
Kapitalstrukturen und Gesellschafterverbindlichkeiten: Besonders auffällig ist, dass 2,89 Mio. EUR der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen. Dies deutet darauf hin, dass die Gesellschaft stark von internen Finanzierungen abhängig ist und mögliche Rückzahlungen kurzfristig anstehen.
Keine Gewinne ausgewiesen: Es gibt weder Bilanzgewinn noch Rücklagen, was bedeutet, dass für Anleger weder Ausschüttungen noch eine Substanzstärkung durch Gewinnthesaurierung erfolgt sind.
2. Entwicklung der Vermögenswerte
Rückgang des Anlagevermögens: Das Sachanlagevermögen sank von 3,86 Mio. EUR auf 3,38 Mio. EUR – ein Minus von rund 12,5 %. Dies könnte durch planmäßige Abschreibungen oder den Verkauf von Anlagen verursacht sein.
Starker Anstieg der Wertpapiere: Der Bestand an Wertpapieren ist von 112.362 EUR auf 921.242 EUR gestiegen. Dies könnte eine Umschichtung von liquiden Mitteln in andere Finanzanlagen sein – eine riskante Strategie, wenn diese Wertpapiere nicht kurzfristig liquidierbar sind.
Rückgang der liquiden Mittel: Die liquiden Mittel sind von 2,06 Mio. EUR auf 1,37 Mio. EUR gefallen. Dies deutet auf hohe Mittelabflüsse oder Tilgungen hin.
3. Liquidität und Zahlungsfähigkeit
Hoher Anteil kurzfristiger Schulden: Mit 2,89 Mio. EUR an kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern besteht ein erhebliches Liquiditätsrisiko. Sollte eine sofortige Rückzahlung erforderlich sein, könnte dies zu finanziellen Engpässen führen.
Abbau von Forderungen: Forderungen sind von 575.323 EUR auf 223.458 EUR gesunken, was auf geringere Außenstände oder eine schwächere Geschäftstätigkeit hindeuten könnte.
Sinkende Kassenbestände: Der Kassenbestand von 1,37 Mio. EUR reicht möglicherweise nicht aus, um alle kurzfristigen Verpflichtungen zu decken.
4. Risikoanalyse für Anleger
Extrem niedrige Eigenkapitalquote: Die hohe Fremdfinanzierung birgt das Risiko, dass das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mehr zahlungsfähig ist.
Abhängigkeit von Gesellschafterdarlehen: Mit fast 50 % der Bilanzsumme als Gesellschafterverbindlichkeiten ist die Gesellschaft stark von deren Wohlwollen abhängig. Sollte eine Rückforderung erfolgen, könnte dies problematisch werden.
Keine erkennbaren Gewinnrücklagen: Anleger erhalten keine Ausschüttungen, und die Eigenkapitalbasis wird nicht gestärkt.
Unklare Investitionsstrategie: Der starke Anstieg der Wertpapiere wirft Fragen auf: Wird Kapital spekulativ investiert, statt operative Rücklagen zu bilden?
5. Fazit und Anlegerbewertung
Positiv:
Umschichtung von liquiden Mitteln in Wertpapiere könnte langfristig Erträge generieren.
Rückgang der Verbindlichkeiten zeigt einen leichten Schuldenabbau.
Neutral:
Sinkende Forderungen können positiv sein (bessere Zahlungsmoral der Kunden), aber auch auf geringere Geschäftstätigkeit hindeuten.
Negativ/Risiken:
Sehr hohe Fremdfinanzierung und extreme Abhängigkeit von Gesellschafterdarlehen.
Rückgang des liquiden Bestands, was die Zahlungsfähigkeit gefährden könnte.
Keine Gewinne oder Rücklagen, was eine langfristige Substanzstärkung erschwert.
Empfehlung für Anleger:
Anleger sollten die Entwicklung der Schuldenstruktur und die Liquidität genau beobachten.
Die Rolle der Gesellschafterdarlehen ist kritisch – wenn diese fällig werden, könnte es zu Liquiditätsproblemen kommen.
Der hohe Wertpapierbestand sollte analysiert werden: Sind es risikoarme Anlagen oder spekulative Investitionen?
Solange die Eigenkapitalquote so niedrig bleibt, ist eine vorsichtige Anlagestrategie ratsam.