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AWE-Arkona-Windpark Entwicklungs-GmbH: Solide Finanzlage, hohe Ausschüttungen – Doch wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell?
Rechtsanwalt Maurice Högel von Verbraucherschutz-Solar.de

AWE-Arkona-Windpark Entwicklungs-GmbH: Solide Finanzlage, hohe Ausschüttungen – Doch wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell?

Megan_Rexazin_Conde (CC0), Pixabay

1. Entwicklung der Vermögenslage (Bilanzanalyse)
Positiv:

Hoher Eigenkapitalanteil von 90,7%: Das Unternehmen ist finanziell solide aufgestellt, da der Großteil der Finanzierung aus Eigenkapital besteht.
Hohe kurzfristige Liquidität: Die flüssigen Mittel haben sich von 6,4 Mio. EUR auf 36,4 Mio. EUR erhöht, was die kurzfristige Zahlungsfähigkeit verbessert.
Stabiler Anlagewert: Die technischen Anlagen und Maschinen sind weiterhin mit 844,9 Mio. EUR bilanziert, trotz planmäßiger Abschreibungen.

Negativ/Risikobewertung:

Hoher Buchwertverlust durch Abschreibungen: Die langfristigen Vermögenswerte sind durch Abschreibungen von 42,9 Mio. EUR gesunken, was langfristig die Bilanzwerte weiter reduzieren wird.
Steigende Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen: Diese sind von 11,0 Mio. EUR auf 14,0 Mio. EUR gestiegen, was zukünftige finanzielle Belastungen signalisiert.
Kurzfristige Verbindlichkeiten von 13,4 Mio. EUR: Diese haben sich zwar gegenüber dem Vorjahr verringert, stellen aber eine Belastung für die Liquidität dar.

2. Finanzielle Verpflichtungen und Verschuldung
Positiv:

Geringe Verschuldung: Die langfristigen Schulden betragen 51,1 Mio. EUR und sind im Vergleich zum Eigenkapital gering.
Rückstellungen sind angemessen bilanziert: Die Erhöhung der Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen zeigt eine vorausschauende Finanzplanung.

Negativ/Risikobewertung:

Steigende Steuerbelastung: Die Steuerrückstellungen sind von 13,0 Mio. EUR auf 20,2 Mio. EUR gestiegen, was zukünftige Gewinnminderungen nach sich ziehen könnte.
Kapitalrücklage wurde teilweise aufgelöst: Eine Entnahme von 5,5 Mio. EUR aus der Kapitalrücklage zeigt, dass Mittel für Ausschüttungen oder andere Verwendungszwecke benötigt wurden.
Erhöhte latente Steuern: Diese sind auf 37,1 Mio. EUR gestiegen, was eine zukünftige Steuerbelastung signalisiert.

3. Ertragslage und Ausschüttungen
Positiv:

Hoher Jahresüberschuss von 144,9 Mio. EUR: Trotz des Umsatzrückgangs bleibt das Unternehmen hochprofitabel.
Solide Gewinnmarge: Die Ertragskraft ist stabil, obwohl der Umsatz um 28,2 Mio. EUR gesunken ist.
Direkte Ausschüttung an Gesellschafter: Der Gewinn wurde vollständig an die Gesellschafter ausgezahlt, was für Investoren attraktiv sein kann.

Negativ/Risikobewertung:

Umsatzrückgang von 9%: Der Umsatz ist von 305,7 Mio. EUR auf 277,4 Mio. EUR gesunken, was auf niedrigere Strompreise zurückzuführen ist.
Hohe Steuerlast: Die Steuerbelastung bleibt mit 68,4 Mio. EUR sehr hoch und beeinflusst den Nettoertrag.
Steigende operative Kosten: Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bleiben mit 7,8 Mio. EUR hoch, insbesondere durch steigende Versicherungs- und Wartungskosten.

4. Langfristige Risiken und Verpflichtungen

Direktvermarktung birgt Marktrisiken: Da der Windpark keine feste Einspeisevergütung mehr erhält, ist er vom Marktpreis abhängig. Sinkende Strompreise könnten die Erträge langfristig schmälern.
Technische Risiken und Wartungskosten: Offshore-Windparks haben höhere Wartungskosten als Onshore-Anlagen.
Steigende Steuerlast durch passive latente Steuern: Diese könnten die zukünftige Profitabilität belasten.

5. Fazit für Anleger

Solides Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote: Das Unternehmen ist finanziell stabil und weist eine hohe Ertragskraft auf.
Gute kurzfristige Liquidität: Die steigenden liquiden Mittel sind ein positives Zeichen.
Direktvermarktung birgt Marktrisiken: Langfristig könnte der Gewinn durch schwankende Strompreise unter Druck geraten.
Hohe Ausschüttungen machen es für Gesellschafter attraktiv: Externe Anleger profitieren jedoch nicht direkt.
Langfristige Wartungskosten und Rückbauverpflichtungen im Blick behalten: Diese könnten die Finanzlage auf lange Sicht belasten.

Empfehlung für Anleger:

Geeignet für institutionelle Investoren und langfristig orientierte Anleger: Wer auf nachhaltige Energie setzt und mit Marktrisiken umgehen kann, findet hier ein stabiles Investment.
Nicht geeignet für kurzfristige Renditejäger: Da der Gewinn direkt an Gesellschafter ausgeschüttet wird, gibt es für externe Anleger kaum direkte Vorteile.
Langfristige Marktbedingungen beobachten: Änderungen im EEG oder sinkende Strompreise könnten die Rentabilität beeinträchtigen.

Zusammenfassung:
Ein wirtschaftlich starkes Unternehmen mit stabiler Ertragslage, aber langfristigen Risiken durch Direktvermarktung und steigende Rückbaukosten.

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