Es ist eine dieser Geschichten, die man kaum glauben kann – aber in der heutigen Zeit überrascht uns schließlich nichts mehr. Meta, der Konzern hinter Facebook und Instagram, zahlt Donald Trump satte 25 Millionen Dollar, um eine Klage wegen der Sperrung seiner Social-Media-Accounts aus dem Weg zu räumen. Man könnte fast Mitleid haben – wenn es sich nicht um einen der einflussreichsten und umstrittensten Politiker der letzten Jahre handeln würde, der seinen Rauswurf selbst provoziert hat.
Doch Geld heilt bekanntlich alle Wunden, und so sollen 22 Millionen Dollar (also fast die gesamte Summe) in einen ganz besonderen Zweck fließen: Trumps Präsidentenbibliothek. Ja, richtig gelesen. Eine Bibliothek. Für Donald Trump. Ein Mann, der bekanntlich keine große Leidenschaft für das geschriebene Wort hegt – außer, es handelt sich um eines seiner eigenen Bücher oder um besonders wohlwollende Tweets über seine Person.
Meta zahlt – und gibt damit ein fragwürdiges Signal ab
Doch wie kam es überhaupt so weit? Im Januar 2021 wurde Trump nach dem Sturm auf das Kapitol von mehreren Social-Media-Plattformen verbannt. Facebook, Instagram, Twitter und YouTube sahen damals offenbar genug Grund, den damaligen US-Präsidenten aus ihren Netzwerken zu entfernen – schließlich hatte er nicht nur die Wahlmanipulations-Lüge befeuert, sondern seine Anhänger in einer Weise motiviert, die schließlich in einem gewaltsamen Angriff auf das Herz der US-Demokratie gipfelte.
Meta zog damals entschlossen die Reißleine, wohl wissend, dass die Entscheidung politisch und wirtschaftlich brisant war. Doch knapp drei Jahre später scheint der Konzern diese Entschlossenheit verloren zu haben. Statt auf Prinzipien zu beharren, geht es nun um Schadensbegrenzung – finanziell und juristisch. 25 Millionen Dollar sind für Meta ein überschaubarer Preis, um sich eines lauten, klagefreudigen Gegners zu entledigen.
Das Signal an die Öffentlichkeit? Wer genügend Einfluss hat und sich laut genug beschwert, kann sich seinen Platz im digitalen Raum zurückkaufen – oder sich zumindest für seine „Leidenszeit“ entschädigen lassen.
Eine Präsidentenbibliothek für Trump – aber mit welchen Inhalten?
Der wohl skurrilste Teil des Deals ist jedoch das, was mit dem Geld passieren soll. Ein Großteil der Summe soll in den Fonds für Trumps Präsidentenbibliothek fließen – eine Institution, die eigentlich der Bewahrung und Erforschung politischer Erfolge und Dokumente dient. In Trumps Fall könnte das allerdings eine Herausforderung werden, denn die Frage stellt sich: Welche Dokumente sollen dort archiviert werden?
Seine unzähligen Tweets, die von „Fake News“ bis zu „stabilem Genie“ reichen?
Sein Amtsenthebungsverfahren wegen Machtmissbrauchs und Behinderung des Kongresses?
Die historischen Fotos des Kapitol-Sturms, während er in aller Ruhe im Weißen Haus zusah?
Vielleicht wird es ja eine interaktive Bibliothek mit Live-Nachstellungen legendärer Trump-Reden oder einem Raum, in dem man berühmte Trump-Tweets auf goldgerahmten Bildschirmen bewundern kann. Wer weiß, vielleicht gibt es sogar einen eigenen Flügel für verklagte Unternehmen und gescheiterte Geschäftsideen?
Was bedeutet das für Social Media und zukünftige Präsidenten?
Metas Entscheidung, Trump Millionen zu zahlen, wirft große Fragen auf:
Werden andere gesperrte Persönlichkeiten jetzt ebenfalls Schadensersatz fordern? Wenn der ehemalige US-Präsident für seinen Rauswurf Millionen kassiert, warum nicht auch andere umstrittene Figuren, die auf Facebook und Instagram gesperrt wurden?
Was bedeutet das für die Verantwortung von Social-Media-Konzernen? Nach dem Sturm auf das Kapitol wollte Meta entschlossen gegen gefährliche Inhalte vorgehen. Doch jetzt, wo die politische und finanzielle Brisanz abnimmt, ist man offenbar bereit, einen Deal zu schließen.
Hat Trump am Ende doch gewonnen? Die Sperrung war einst eine der schwersten Maßnahmen gegen einen amtierenden oder ehemaligen Präsidenten. Doch mit dem Millionen-Deal könnte Trump das Narrativ umkehren: Nicht er habe gegen die Regeln verstoßen, sondern Meta habe sich des „Unrechts“ schuldig gemacht und müsse nun zahlen.
Fazit: Trump lacht – und Meta lernt eine teure Lektion
Am Ende bleibt das Bild eines mächtigen Unternehmens, das sich aus einer unangenehmen Situation herauskauft – und eines Ex-Präsidenten, der sich als Opfer inszeniert und dabei auch noch finanziell profitiert. Trump bekommt nicht nur eine großzügige Entschädigung für seine „ungerechtfertigte“ Sperre, sondern kann das Geld auch noch für sein Prestigeprojekt nutzen.
Ob Meta mit dieser Entscheidung eine Tür geöffnet hat, die sich so leicht nicht wieder schließen lässt, wird sich erst noch zeigen. Doch für Trump dürfte klar sein: Der Sturm auf das Kapitol hat ihm zwar seine Accounts gekostet – aber nicht seine Fähigkeit, aus jeder Situation Kapital zu schlagen.