Aktenzeichen: 67c IN 28/25
Amtsgericht Hamburg, 28.01.2025
Das Amtsgericht Hamburg hat am 28. Januar 2025 um 16:03 Uhr im Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Görtz Holding GmbH, Brandstwiete 1, 20457 Hamburg, die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Unternehmensdetails
Die Schuldnerin ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg (HRB 16398) eingetragen und wird durch Geschäftsführer Bolko Georg Conrad Kissling vertreten.
Das Unternehmen ist tätig im Groß- und Einzelhandel mit Schuhen, Lederwaren, Textilien und verwandten Waren. Darüber hinaus hält es Beteiligungen und übernimmt Mittlertätigkeiten.
Bestellung des vorläufigen Insolvenzverwalters
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm, Moorfuhrtweg 11, 22301 Hamburg, bestellt.
Anordnungen des Gerichts
- Verfügungsbeschränkungen:
- Verfügungen der Schuldnerin über ihr Vermögen sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2 InsO).
- Zahlungsverbote für Drittschuldner:
- Den Schuldnern der Görtz Holding GmbH wird untersagt, Zahlungen direkt an die Schuldnerin zu leisten. Zahlungen dürfen nur noch an den vorläufigen Insolvenzverwalter erfolgen (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO).
- Einziehung von Forderungen:
- Der vorläufige Insolvenzverwalter ist ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen und eingehende Gelder entgegenzunehmen.
- Einstellung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen:
- Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verfügung gegen die Schuldnerin werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind. Bereits begonnene Maßnahmen werden vorerst eingestellt (§ 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO).
Bedeutung der Entscheidung
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wird das Vermögen der Görtz Holding GmbH gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüfen und feststellen, ob eine Fortführung oder eine geordnete Abwicklung des Unternehmens möglich ist.
Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunft des Traditionsunternehmens sein.