Ach, was tut man nicht alles für volle Lippen! Mit „Lip-Plumpern“ soll der Traum von sinnlichen Lippen in Sekunden wahr werden – einfach auftragen, ein bisschen prickeln lassen, und schon wirken die Lippen wie frisch aufgespritzt. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein? Das ist es auch. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) warnt nun eindringlich vor diesen Wundermitteln, die nicht nur das Volumen der Lippen erhöhen könnten, sondern offenbar auch das Krebsrisiko. Na, wer will da nicht gleich zugreifen?
Gefährlicher Cocktail für die Lippen
Eine aktuelle Analyse des VKI und der Stiftung Warentest zeigt, dass viele „Lip-Plumper“ nicht nur für den perfekten Schmollmund sorgen, sondern auch für eine ordentliche Portion Schadstoffe. In acht von zehn getesteten Produkten fanden sich Stoffe, die in der Chemikerwelt besser als MOSH, Titandioxid, Polybutene, Paraffin und Cera Microcristallina bekannt sind. Klingt nach einer Chemievorlesung, gehört aber offenbar direkt auf unsere Lippen.
Besonders kritisch: Titandioxid – ein Stoff, der in Lebensmitteln bereits verboten ist, weil er das Erbgut schädigen und das Krebsrisiko erhöhen kann. Aber keine Sorge, solange wir ihn nur auf die Lippen schmieren, ist das doch sicher kein Problem, oder?
Vermeintlich harmlos – tatsächlich riskant
In der Beauty-Community gelten „Lip-Plumper“ als kleiner Geheimtipp. Kein teurer Eingriff, kein Botox – nur ein einfaches Produkt, das wirkt wie ein Lipgloss und die Lippen durch Inhaltsstoffe wie Chili oder Menthol augenblicklich voller wirken lässt. Doch hinter dem prickelnden Effekt steckt ein Problem, das viele nicht sehen: Der Preis für die perfekten Lippen könnte eine deutlich höhere Rechnung sein, als die eines simplen Kosmetikartikels.
Expertentipps, die wirklich helfen
Birgit Schiller, Chemie- und Kosmetikexpertin des VKI, hat eine einfache Lösung für alle, die trotzdem auf volle Lippen setzen möchten: Lipgloss-Produkte auf Naturstoffbasis. Diese enthalten keine bedenklichen Chemikalien, setzen stattdessen auf natürliche Inhaltsstoffe und erzielen einen ähnlichen optischen Effekt.
„Einfach den Glanz der Naturstoffe nutzen, um die Lippen voller erscheinen zu lassen – das geht ganz ohne gesundheitliche Risiken“, so Schiller. Klingt nach einer einfachen Alternative, doch wer braucht schon Sicherheit, wenn man mit ein bisschen Chemie den perfekten Instagram-Look bekommt?
Verbraucherschutz: Die Verantwortung der Konsumenten
Wie immer in der Welt der Kosmetik bleibt am Ende die Frage: Wieso kommen solche Produkte überhaupt auf den Markt? Der Konsumentenschutz kann warnen und testen, doch letztlich liegt es an den Verbraucherinnen und Verbrauchern, genauer hinzusehen – oder in diesem Fall: nachzulesen.
Die Inhaltsstoffe stehen schließlich auf der Verpackung. Wer sich also fragt, was MOSH, Paraffin oder Titandioxid eigentlich in einem Kosmetikprodukt zu suchen haben, hat bereits den ersten Schritt getan. Denn mal ehrlich: Wenn ein Stoff als Lebensmittelzusatz verboten ist, sollte er vielleicht auch nicht auf den Lippen landen, oder?
Fazit: Schönheit um jeden Preis?
Die Warnung des VKI ist ein weiteres Beispiel dafür, dass nicht alles, was glänzt, auch gut ist – selbst wenn es auf den Lippen funkelt. Bevor man sich dem neuesten Beauty-Trend hingibt, lohnt es sich, genauer hinzusehen, Tests zu lesen und sich für Produkte zu entscheiden, die keine gesundheitlichen Risiken bergen.
Denn am Ende sollte die Frage nicht sein, wie schnell man zu vollen Lippen kommt, sondern ob es das Risiko wirklich wert ist. Schließlich will niemand den Satz „Du siehst umwerfend aus!“ mit einem „Aber das könnte Krebs erregen“ beenden.