In den USA werden künftig keine geschlechtsneutralen Reisepässe mehr ausgegeben. Das teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Freitag (Ortszeit) mit. Aufgrund eines Dekrets von Präsident Donald Trump werde die Option „X“ bei der Geschlechtsangabe auf US-Pässen gestrichen.
Trump hatte am Montag per Anordnung an alle Bundesbehörden verfügt, dass nur noch „männlich“ und „weiblich“ als offizielle Geschlechter anerkannt werden. Passanträge von Menschen, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen, werden vorerst nicht weiterbearbeitet. Wie mit bereits ausgestellten „X“-Pässen umzugehen ist, soll in Kürze geklärt werden.
Der erste geschlechtsneutrale US-Pass war im Oktober 2021 unter Trumps Vorgänger Joe Biden ausgegeben worden. Offizielle Zahlen zur Nutzung dieser Option gibt es nicht, jedoch geht eine Studie der Universität von Kalifornien in Los Angeles von mehr als 16.000 Anträgen pro Jahr aus.
Rechtliche Herausforderungen in Sicht
Trumps Schritt ist nicht überraschend: Bereits im Wahlkampf hatte er den „Transgender-Wahn“ als eines seiner Feindbilder ins Visier genommen und angekündigt, der geschlechtsneutralen Politik sofort ein Ende zu setzen. Direkt nach seinem Amtsantritt ließ er zudem die Diversitätsprogramme in Bundesbehörden einstellen und Angestellte in diesen Bereichen entlassen.
Allerdings dürfte das Vorgehen rechtliche Anfechtungen nach sich ziehen. In mehreren US-Bundesstaaten ist die „X“-Option auf Führerscheinen weiterhin erlaubt, und international gibt es geschlechtsneutrale Pässe bereits in Ländern wie Australien, Kanada und Deutschland. Es bleibt abzuwarten, ob Trumps Anordnung vor Gericht Bestand haben wird.