Trotz umstrittener Vorwürfe gegen ihn hat Pete Hegseth, Donald Trumps Nominierter für das Amt des US-Verteidigungsministers, eine entscheidende Hürde im Senat genommen. Mit einer knappen 51-49 Abstimmung wurde der Weg für die finale Bestätigung geebnet, die bis Freitagabend erwartet wird.
Vorwürfe wegen sexueller Gewalt und Alkoholmissbrauchs
Hegseths Nominierung bleibt hochkontrovers. Unter anderem gibt es eine acht Jahre alte Vergewaltigungsvorwurf, der damals keine strafrechtlichen Konsequenzen hatte, sowie Berichte über exzessiven Alkoholkonsum, häusliche Gewalt und Fehlverhalten in Führungspositionen.
Laut einem Bericht zahlte Hegseth 50.000 US-Dollar an eine Frau, die ihn 2017 der sexuellen Nötigung beschuldigte. Zudem wurde bekannt, dass er während seiner Ehe seine Frau bedroht haben soll.
Republikaner verteidigen ihn – Demokraten warnen vor Fehlbesetzung
Während Demokraten, unterstützt von den republikanischen Senatorinnen Susan Collins und Lisa Murkowski, gegen Hegseths Ernennung stimmten, verteidigten ihn viele Republikaner als notwendigen Reformer. Hegseth, ein ehemaliger Fox News-Moderator und Veteran, hat sich als Gegner „woker“ Militärpolitik positioniert und versprochen, das US-Verteidigungsministerium radikal umzustrukturieren.
Murkowski begründete ihr Nein damit, dass Hegseths Vergangenheit „mangelndes Urteilsvermögen“ zeige und ihn für die Leitung der Streitkräfte ungeeignet mache. Demokraten kritisierten zudem seine fehlende Führungserfahrung – Hegseth habe bisher nur wenige hundert Menschen geleitet, müsse aber als Verteidigungsminister über 3 Millionen Soldaten und ein 850-Milliarden-Dollar-Budget verwalten.
Entscheidung rückt näher
Obwohl die Republikaner die Stimmenmehrheit haben, bleibt unklar, ob Hegseths Nominierung bei der finalen Abstimmung bestätigt wird. Falls er scheitert, müsste Trump einen neuen Kandidaten vorschlagen. In der Zwischenzeit wurde Robert Salesses, ein pensionierter Marineoffizier, mit den Aufgaben des Verteidigungsministers betraut.