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Trotz EU-Verbot: Onlineplattformen setzen weiterhin auf manipulative Designs

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Laut einer aktuellen Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) setzen große Onlineplattformen und Shops weiterhin auf manipulative Designs, obwohl diese durch den Digital Services Act (DSA) verboten sind. Besonders problematisch sind dabei Oberflächen, die Nutzer zu impulsiven Käufen verleiten oder sie unbewusst zur Weitergabe persönlicher Daten bewegen.


Studie deckt weit verbreitete Verstöße auf

Für die Studie analysierte der vzbv insgesamt 18 Websites, darunter soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, X und TikTok sowie Online-Shops wie Temu, Shein, MediaMarkt und Amazon. Das Ergebnis: Alle untersuchten Plattformen verwendeten verbotene manipulative Designelemente.

Besonders verbreitet sind sogenannte Dark Patterns – Täuschungstechniken, die auf psychologischen Tricks beruhen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Versteckte Werbung, die kaum als solche erkennbar ist
  • Irreführende Zustimmungsoptionen, die Nutzer unbewusst dazu bringen, ihre persönlichen Daten weiterzugeben
  • Kürzere Klickwege für unerwünschte Entscheidungen, während das Ablehnen komplizierter gestaltet wird

Suchtrisiko durch gezielte Mechanismen

Neben finanziellen und datenschutzrechtlichen Folgen warnen Verbraucherschützer auch vor den psychologischen Auswirkungen manipulativer Designs. Der vzbv kritisiert insbesondere digitale Elemente, die die Verweildauer auf Plattformen künstlich verlängern, wie:

  • Aufdringliche Benachrichtigungen
  • Automatische Video-Wiedergabe (Autoplay)
  • Glücksspielähnliche Mechanismen

Diese Funktionen könnten suchtähnliches Verhalten fördern und sich langfristig negativ auf die mentale Gesundheit der Nutzer auswirken.


Forderung nach strengerer Regulierung

Laut Artikel 25 des Digital Services Act dürfen Onlineplattformen ihre Websites nicht so gestalten, dass sie Nutzer manipulieren oder in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken. Der vzbv ist überzeugt, dass viele der untersuchten Praktiken klar gegen dieses Gesetz verstoßen und fordert daher:

  • Eine konsequente Durchsetzung der bestehenden Regeln
  • Eine Ausweitung des Verbots von Dark Patterns
  • Höhere Strafen für Unternehmen, die sich nicht an die Vorschriften halten

Verbraucherschützer haben bereits mehrfach Websitebetreiber abgemahnt, was in einigen Fällen dazu führte, dass manipulative Designs entfernt wurden. Doch ohne strengere Kontrollen droht der DSA zu einem „zahnlosen Tiger“ zu werden, so der vzbv.

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