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‚Pizzagate‘-Schütze bei Polizeikontrolle erschossen

geralt (CC0), Pixabay

Edgar Maddison Welch, der 2016 durch einen bewaffneten Angriff auf ein Pizzarestaurant in Washington DC bekannt wurde, ist von der Polizei in Kannapolis, North Carolina, während einer Verkehrskontrolle tödlich angeschossen worden. Welch, 36, starb am 6. Januar in einem Krankenhaus in der Nähe von Charlotte an seinen Verletzungen.

Hintergrund: Der „Pizzagate“-Vorfall

Welch sorgte 2016 für Schlagzeilen, als er hunderte Kilometer von North Carolina nach Washington fuhr, um einer Verschwörungstheorie namens „Pizzagate“ nachzugehen. Diese Theorie behauptete fälschlicherweise, das Restaurant Comet Ping Pong sei das Zentrum eines Kindersexrings, der mit Hillary Clintons Umfeld in Verbindung stehe.

Mit einem Gewehr bewaffnet betrat Welch das Restaurant und bedrohte einen Mitarbeiter, der fliehen konnte. Später eröffnete er das Feuer, verletzte jedoch niemanden. Welch wurde vor Ort festgenommen und wegen Angriffs mit einer gefährlichen Waffe angeklagt. Er bekannte sich schuldig und verbüßte vier Jahre im Gefängnis, bevor er im März 2020 entlassen wurde. In einem Interview sagte Welch, er habe „Gutes tun wollen“, es aber auf die falsche Weise angegangen.

Tod bei Verkehrskontrolle

Am 4. Januar 2025 wurde Welch bei einer Verkehrskontrolle angehalten, da ein Haftbefehl wegen eines Bewährungsbruchs gegen ihn vorlag. Laut Polizei zog Welch während der Kontrolle eine Handfeuerwaffe und ignorierte wiederholte Aufforderungen, diese fallen zu lassen. Zwei der drei anwesenden Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer.

Die Polizei von Kannapolis teilte mit, dass keine der beteiligten Beamten verletzt wurde und der Vorfall von einer unabhängigen Behörde untersucht werde, um mögliche Befangenheit auszuschließen.

Herkunft der Verschwörungstheorie

Die „Pizzagate“-Verschwörungstheorie entstand 2016 auf der Plattform 4chan, basierend auf gehackten E-Mails der Demokratischen Partei, die von Wikileaks veröffentlicht wurden. Nutzer behaupteten ohne jegliche Beweise, dass Begriffe wie „Käse“, „Hotdog“ und „Pizza“ in den E-Mails als Codewörter für Kinder und sexuelle Handlungen dienten. Diese unbegründeten Behauptungen verbreiteten sich schnell, führten zu Drohungen gegen den Restaurantbesitzer James Alefantis und kulminierten in Welchs Angriff.

Ein tragisches Ende

Welchs Tod markiert das tragische Ende einer Geschichte, die deutlich macht, wie gefährlich Verschwörungstheorien werden können. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Schusswechsels dauern an.

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