Indonesien ist der BRICS-Staatengruppe, die bislang aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestand, als Vollmitglied beigetreten.
Die brasilianische Regierung, die derzeit den Vorsitz der Gruppe innehat, gab die Entscheidung bekannt und erklärte, dass Indonesien einen „positiven Beitrag zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Globalen Süden“ leisten werde.
Eine wachsende Staatengruppe
Der Begriff BRICS steht für die Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitgliedsländer. Zu Beginn des Jahres 2024 kamen der Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur Gruppe hinzu. Immer mehr Länder zeigen Interesse an einer Mitgliedschaft, was die Bedeutung des Bündnisses weltweit wachsen lässt. Die BRICS-Staaten werden oft als Gegengewicht zur G7-Gruppe der führenden westlichen Wirtschaftsmächte betrachtet.
Indonesien, das viertbevölkerungsreichste Land der Welt, erhielt laut brasilianischer Angaben bereits 2023 auf dem BRICS-Gipfel in Johannesburg die Zustimmung der anderen Mitglieder. Der südostasiatische Inselstaat bringt mit seiner großen Bevölkerung und seiner aufstrebenden Wirtschaft ein erhebliches Potenzial in das Bündnis ein.
Der geopolitische Kontext
Das BRICS-Bündnis stärkt mit der Aufnahme neuer Mitglieder zunehmend seinen Einfluss. Das Gipfeltreffen im Oktober letzten Jahres sorgte international für Aufmerksamkeit, da es in Russland stattfand – mitten in der Isolation, die der Kreml wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine erfährt.
Kreml-Chef Wladimir Putin nutzte das Treffen, um sich als Gastgeber eines stärker werdenden Bündnisses zu präsentieren, das sich zunehmend als Gegenpol zu westlich dominierten Institutionen versteht. Mit dem Beitritt Indonesiens und weiteren Interessensbekundungen anderer Länder wächst die Bedeutung der BRICS-Staaten als einflussreiche Kraft in der globalen politischen und wirtschaftlichen Landschaft.