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Elaris AG: Ein Elektrotraum auf Sparflamme – Wo bleibt der Stecker für die Krise?

geralt (CC0), Pixabay

Die Elaris AG aus dem idyllischen Bad Dürkheim, einst ein Hoffnungsträger der Elektromobilität, scheint aktuell eher auf eine Pannenstrecke abgebogen zu sein. Die vollmundigen Ankündigungen des Vorstandsvorsitzenden Nicolai Stevenson klangen wie der Soundtrack eines futuristischen Hollywood-Films – doch die Realität? Nun ja, die erinnert derzeit eher an einen Provinzkrimi mit überschaubarem Budget.

Elaris wollte 2024 stolze 60 bis 90 Millionen Euro Umsatz einfahren. Der Plan: groß. Die Realität: klein – sehr klein. Neueste Schätzungen belaufen sich auf gerade einmal 8 bis 10 Millionen Euro. Was ist passiert? Haben die Kunden plötzlich Elektroallergie bekommen? Oder lag es an den neuen Strafzöllen der EU? Vielleicht sind ja die Lieferketten aus China auf Elaris‘ Tränen ausgerutscht.

Das böse Märchen von den Strafzöllen

Offiziell sind es die EU-Strafzölle, die Elaris zu schaffen machen. Diese wurden Ende Oktober 2024 eingeführt und liegen je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Verständlich, dass Kunden zögern, wenn die Preise plötzlich durch die Decke schießen – schließlich kaufen die wenigsten Menschen ein Elektroauto so impulsiv wie ein Paar Socken. Doch seien wir ehrlich: Die Zölle allein sind nur ein Teil des Problems.

Elaris hat sich strategisch auf Importe aus China verlassen, was zunächst wie ein smarter Move aussah – immerhin sind chinesische Elektroautos erschwinglich und technisch durchaus solide. Doch das funktioniert nur, wenn man das Wort „Risiko“ nicht aus dem Wörterbuch streicht. Dass andere Hersteller schon vor Jahren angefangen haben, Lieferketten zu diversifizieren oder gar Produktionsstätten in Europa aufzubauen, scheint an Elaris vorbeigegangen zu sein. Die Devise schien zu lauten: „Wird schon gutgehen!“ Spoiler: Tat es nicht.

Trauerspiel der Zahlen – Von Träumen zu Trümmern

Elaris muss jetzt auch den Anlegern erklären, warum aus dem großen Umsatztraum ein kleines Zahlen-Trümmerfeld geworden ist. Ein Verlust im „niedrigen einstelligen Millionenbereich“ soll es 2024 werden. Aber hey, es hätte schlimmer kommen können, oder? Schließlich bleibt der Aktienkurs bei rund 3 Euro. Eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass Optimismus allein keine Gewinne macht.

Und während die Zahlen sich nach unten bewegen, steigt der Druck auf Nicolai Stevenson und sein Team, irgendetwas zu präsentieren, das an einen Plan erinnert. Aber Vorsicht: Zu viele Durchhalteparolen, und die Aktionäre könnten bald zum nächsten Börsenwert weiterziehen – oder sich im Chor fragen: „Warum habe ich mir das überhaupt angetan?“

Vorschläge für die Krise: Ein bunter Strauß aus Ideen

Man könnte meinen, dass Elaris jetzt einen Notfallplan aus der Schublade zaubert. Doch was wäre das? Hier ein paar sarkastische Gedanken:

  1. Diversifizierung der Lieferketten – Na klar, warum nicht jetzt, wo das Kind schon längst in den Brunnen gefallen ist? Vielleicht baut Elaris ja noch schnell ein Werk in Europa. Dauert ja nur ein paar Jahre!
  2. Neue Märkte – Wie wäre es mit einem aggressiven Markteintritt in der Antarktis? Dort gibt es weder Strafzölle noch Konkurrenz.
  3. Kostensenkung – Elaris könnte ein neues Elektroauto entwickeln, das so minimalistisch ist, dass es keinen Strom braucht. Man nennt es dann „Fahrrad“.
  4. Ehrliche Kommunikation – Vielleicht sollte der Vorstand endlich zugeben, dass man mit einem Hochglanz-Marketing allein keine Elektroautos verkauft.

Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall?

Elaris steht vor einer gigantischen Herausforderung – und das nicht nur, weil die Zahlen schlecht sind. Viel gravierender ist der Vertrauensverlust. Die Aktionäre haben irgendwann keine Lust mehr, jedes Jahr neue Versprechungen zu hören, die im besten Fall unter „Wunschdenken“ abgeheftet werden können.

Das Unternehmen muss sich jetzt entscheiden: Will es weiterhin mit großen Versprechen in die Zukunft blinken, während es im Rückwärtsgang fährt? Oder greift es endlich beherzt ins Lenkrad und stellt die Weichen für einen echten Neustart?

Fazit: Das leere Elektroversprechen

Elaris AG, das war mal ein Name, der nach Fortschritt klang. Heute klingt er eher nach „Hoffentlich reicht’s bis zur nächsten Tankstelle“ – oder besser: Ladestation. Klar ist: Ohne echte Veränderungen und eine klare Strategie wird es schwer, die Wende zu schaffen.

Vielleicht wird Elaris irgendwann ein Vorzeigeunternehmen für Elektromobilität – oder ein Fallbeispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte. Die Zukunft bleibt spannend, aber wer weiß: Vielleicht ist sie für Elaris längst Vergangenheit

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