Die Schlichtungsstelle „Reise und Verkehr“ verzeichnete im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Beschwerden. Über 45.000 Anträge wurden eingereicht – ein Anstieg um rund 14 Prozent im Vergleich zu 2023. Dies ist die höchste Zahl seit der Gründung der Organisation.
Hauptgründe: Flugausfälle und Verspätungen
Mit rund 84 Prozent der Beschwerden standen Flugausfälle und Verspätungen im Mittelpunkt der Eingaben. Die Schlichtungsstelle führt dies auf eine Kombination aus häufigen Streiks, extremen Wetterereignissen und IT-Ausfällen zurück, die den Flugverkehr massiv beeinträchtigt haben.
Auch der Zugverkehr war ein häufiger Grund für Unzufriedenheit: Rund 6.500 Beschwerden betrafen Zugverspätungen, ausgefallene Verbindungen oder mangelhaften Service. Neben organisatorischen Problemen wie Personalengpässen spielten auch technische Störungen und eine hohe Auslastung des Schienennetzes eine Rolle.
Breites Spektrum an Reiseproblemen
Die Schlichtungsstelle kümmert sich um Probleme im Bereich von Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Neben den häufigen Beschwerden über Flug- und Zugverkehr gingen auch Anträge zu Reisebusverbindungen und Kreuzfahrten ein. Probleme reichten dabei von mangelhafter Erstattung von Ticketkosten über verpasste Anschlussverbindungen bis hin zu unzureichendem Kundenservice.
Finanzierung und Funktion der Schlichtungsstelle
Die Schlichtungsstelle „Reise und Verkehr“ wird von rund 400 Verkehrsunternehmen finanziert. Ihr Ziel ist es, Konflikte zwischen Reisenden und Anbietern außergerichtlich zu lösen und faire Lösungen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu finden. Bei berechtigten Beschwerden kann die Schlichtungsstelle eine Erstattung, Entschädigung oder andere Kulanzmaßnahmen erwirken.
Herausforderungen für die Branche
Die steigende Zahl der Beschwerden spiegelt die wachsenden Herausforderungen in der Reise- und Verkehrswirtschaft wider. Ursachen wie Arbeitskämpfe, zunehmende Wetterextreme und technische Probleme belasten nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Kundenerfahrung erheblich. Insbesondere der Flugverkehr leidet unter der Häufung von Problemen, die oft zu erheblichen Verzögerungen und Unannehmlichkeiten führen.
Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher
Die Schlichtungsstelle empfiehlt Reisenden, ihre Rechte zu kennen und bei Problemen die entsprechenden Ansprüche geltend zu machen. Dazu gehören:
Fluggastrechte: Entschädigungen bei Flugverspätungen, Annullierungen oder Überbuchungen.
Bahnreisen: Rückerstattungen oder Gutscheine bei Zugausfällen oder Verspätungen ab einer bestimmten Dauer.
Dokumentation: Tickets, Belege und Korrespondenzen aufbewahren, um Ansprüche zu untermauern.
Fazit
Die Rekordzahl an Beschwerden zeigt, wie wichtig unabhängige Schlichtungsstellen wie „Reise und Verkehr“ sind, um Verbrauchern eine Stimme zu geben und faire Lösungen zu schaffen. Die Branche steht vor der Aufgabe, ihre Strukturen und Abläufe zu verbessern, um die Zahl der Beschwerden langfristig zu reduzieren und das Vertrauen der Reisenden zurückzugewinnen.