Griechenland, eines der beliebtesten Reiseziele Europas, steht vor einer ungewissen Zukunft als Urlaubsparadies. Der Klimawandel setzt dem Land massiv zu: steigende Temperaturen, verheerende Waldbrände und Dürren könnten den Tourismus, eine der wichtigsten Einkommensquellen des Landes, dauerhaft beeinträchtigen.
Steigende Temperaturen und Extremwetter
In den letzten Jahren haben sich extreme Hitzewellen in Griechenland gehäuft, mit Temperaturen von über 45 Grad Celsius, die für Einheimische und Touristen gleichermaßen belastend sind. Die langanhaltenden Hitzewellen führen nicht nur zu gesundheitlichen Risiken, sondern machen es auch schwierig, typische Urlaubsaktivitäten wie Besichtigungen oder Strandaufenthalte zu genießen.
Zusätzlich werden Regionen wie die Ägäis immer häufiger von schweren Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht. Solche Extremwetterereignisse hinterlassen nicht nur wirtschaftliche Schäden, sondern beeinträchtigen auch die Infrastruktur und das Reiseerlebnis.
Waldbrände: Ein wachsendes Problem
Griechenlands Wälder und Naturschutzgebiete leiden zunehmend unter Trockenheit und hohen Temperaturen, was die Brandgefahr drastisch erhöht. Im Sommer 2023 mussten tausende Urlauber von den griechischen Inseln wie Rhodos und Korfu evakuiert werden, da Flammen unkontrolliert große Gebiete verwüsteten. Experten warnen, dass solche Szenarien künftig häufiger werden könnten.
Drohende Wasserknappheit
Neben der Hitze stellt auch die Wasserknappheit eine große Herausforderung dar. Die anhaltenden Dürren belasten die Wasserversorgung in den Touristengebieten. Hotels und Resorts stehen vor der Aufgabe, den steigenden Wasserbedarf ihrer Gäste zu decken, während gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen und Einheimische unter der Knappheit leiden.
Tourismus in Gefahr
Die griechische Tourismusindustrie, die rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, ist stark von diesen Entwicklungen betroffen. Immer mehr Urlauber könnten sich dazu entscheiden, auf Reisen in wärmere Regionen zu verzichten, insbesondere in den heißesten Sommermonaten. Das würde nicht nur die lokalen Unternehmen und Arbeitsplätze belasten, sondern auch die griechische Wirtschaft insgesamt schwächen.
Nachhaltige Lösungen gefragt
Um dem entgegenzuwirken, setzt Griechenland zunehmend auf nachhaltigen Tourismus. Initiativen zur Förderung von Reisen außerhalb der Hochsaison, Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur und der Schutz natürlicher Ressourcen sollen das Land widerstandsfähiger machen. Zudem sollen alternative Urlaubsformen wie Öko-Tourismus und kulturelle Reisen stärker gefördert werden.
Das Ende einer Ära?
Ob Griechenland als Reisedestination langfristig erhalten bleibt, hängt davon ab, wie das Land und die internationale Gemeinschaft mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen. Klar ist: Ohne entschiedene Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung könnte das Urlaubsparadies Griechenland in wenigen Jahrzehnten vor allem für den Sommerurlaub unattraktiv werden.