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Mystery in Wuhan: Die WHO und Chinas große Verschleppung

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Es war einmal eine mysteriöse Lungenkrankheit, die Ende 2019 in Wuhan auftauchte und die Welt in Atem hielt – im wahrsten Sinne des Wortes. Fünf Jahre später sitzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer noch wie ein ungeduldiger Detektiv vor der verschlossenen Tür Chinas und klopft höflich an: „Können wir jetzt endlich mal die Wahrheit sehen?“ Doch China, Meister der geheimnisvollen Zurückhaltung, hat offensichtlich andere Prioritäten.

WHO wartet und wartet … und wartet

„Moralisch und wissenschaftlich unerlässlich“, nennt die WHO in Genf ihr Anliegen, Chinas Daten zu durchleuchten. Doch statt kooperativer Zusammenarbeit gibt es von Peking eher ein stilles Schweigen, das selbst Sherlock Holmes die Stirn runzeln ließe. Die Forderung der WHO ist einfach: „Daten und Zugang, bitte!“ Denn ohne diese Transparenz, so warnt die Organisation, sei die Welt nicht auf die nächste Pandemie vorbereitet. Die Dramatik in der Warnung wird nur von der Ungeduld übertroffen, die offenbar ins fünfte Jahr geht.

Wuhan-Tourismus mit Hindernissen

Es war ein wahrhaft historischer Moment, als 2021 eine gemeinsame Kommission von chinesischen und WHO-Experten endlich Wuhan besuchen durfte. Mit Sicherheit wurde den Wissenschaftlern eine exklusive Tour zu „ausgewählten“ Orten geboten, garniert mit vorab geprüften Datenhäppchen. Im Abschlussbericht vermutete man, dass SARS-CoV-2 wahrscheinlich von Wildtieren stamme. Oder vielleicht auch nicht. Denn, Überraschung: Die Ursprünge und der genaue Übertragungsweg blieben so mysteriös wie eh und je.

China: Schuld? Welche Schuld?

Seit Beginn der Pandemie hat China eine bemerkenswerte Meisterklasse darin gezeigt, wie man jede Verantwortung elegant von sich weist. Die Sorge, dass die Volksrepublik als globaler Übeltäter dargestellt wird, hat dazu geführt, dass Peking in Sachen Transparenz lieber die Fenster verhängt und die Vorhänge zugezogen hat. Statt klarer Antworten gibt es reichlich diplomatische Phrasen und das Versprechen, irgendwann vielleicht ein bisschen kooperativer zu sein – natürlich, wenn es China passt.

Fazit: Die Pandemie, die bleibt

Während die WHO weiterhin auf Chinas Offenheit wartet, bleibt eines klar: Wenn Pandemien ein Prüfungsfach wären, hätte die Weltgemeinschaft spätestens jetzt ein paar Nachhilfestunden verdient. Ob wir aus Covid-19 jemals die ganze Wahrheit erfahren? Wahrscheinlich genauso wahrscheinlich wie die nächste Pandemie, die – so Gott und China wollen – irgendwann ohne Daten und Kooperation erklärt werden muss. Bis dahin heißt es: Rätselraten und Händewaschen.

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