In Bayern sorgt eine Serie von Weihnachtsbaum-Diebstählen für Aufsehen. Unbekannte Täter haben in den vergangenen Tagen mehrere umzäunte Verkaufsflächen in Oberfranken und Niederbayern geplündert. Insgesamt wurden rund 300 Weihnachtsbäume gestohlen. Der Schaden wird von der Polizei auf über 10.000 Euro geschätzt.
Diebstähle in Oberfranken und Niederbayern
Einer der Vorfälle ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag in Bischberg, Gemeindeteil Trosdorf, im oberfränkischen Landkreis Bamberg. Die Täter entwendeten rund 100 Weihnachtsbäume von einer abgesperrten Verkaufsfläche in der Industriestraße. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Bäume vermutlich mit mehreren Fahrzeugen abtransportiert.
Ein ähnlicher Vorfall wurde im niederbayerischen Geisenhausen bekannt. In der Nacht auf Freitag stahlen Unbekannte rund 200 Christbäume von einem umzäunten Gelände am Volksfestplatz. Beide Fälle weisen Parallelen auf, und die Ermittler prüfen derzeit, ob es sich um dieselben Täter handeln könnte.
Polizei ermittelt
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. „Wir gehen davon aus, dass die Täter die Bäume gezielt für den Weiterverkauf gestohlen haben“, erklärte ein Sprecher. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Weihnachtsbäume über illegale Kanäle in den Handel gelangen.
Weihnachtsbäume in Bayern: Millionenmarkt
In Bayern werden jährlich etwa vier Millionen Weihnachtsbäume verkauft, wie der Bayerische Christbaumverband berichtet. Rund 75 Prozent der Bäume stammen aus regionalem Anbau. Bayern ist neben dem Sauerland eines der Zentren für den Weihnachtsbaumanbau in Deutschland.
Nach Angaben von Thomas Emslander, Vorsitzender des Vereins Bayerische Christbaumanbauer, kostet ein Weihnachtsbaum in diesem Jahr im Durchschnitt 22 bis 23 Euro pro Meter – ein Preisniveau, das zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde. Während der Preis zwischenzeitlich gesunken war, haben steigende Produktionskosten zu einer Stabilisierung geführt.
Sicherheitsmaßnahmen bei Weihnachtsbaum-Verkaufsstellen
Die jüngsten Diebstähle werfen die Frage auf, wie Verkaufsflächen besser gesichert werden können. Einige Händler setzen auf Videoüberwachung und stärkere Einzäunung, andere nutzen Bewegungsmelder und Alarmanlagen. Trotzdem bleibt es schwierig, große Flächen umfassend abzusichern.
Tipps für Verbraucher
Die Polizei rät Verbrauchern, beim Kauf von Weihnachtsbäumen auf Herkunftsnachweise und Händlerzertifikate zu achten. Besonders günstige Angebote aus dubiosen Quellen könnten gestohlene Ware sein.
Fazit
Die Serie von Weihnachtsbaum-Diebstählen zeigt, wie groß die Nachfrage nach diesem saisonalen Gut ist – und welche kriminellen Energien freigesetzt werden. Während die Polizei nach den Tätern sucht, stehen die betroffenen Händler vor finanziellen Verlusten. Gleichzeitig rückt der Schutz regionaler Anbieter und der nachhaltige Kauf von Weihnachtsbäumen stärker in den Fokus.