In Osnabrück hat heute der Prozess gegen sieben mutmaßliche Geldautomatensprenger begonnen. Die Angeklagten, im Alter zwischen 20 und 33 Jahren, sollen als Mitglieder einer kriminellen Bande für insgesamt 22 Taten verantwortlich sein. Die Taten wurden in Osnabrück und weiteren Städten in Deutschland verübt und richteten erheblichen Schaden an.
Schaden in Millionenhöhe
Laut Anklage sprengte die Gruppe Geldautomaten, um das Bargeld aus den Tresoren zu entwenden. Dabei entstand ein Gesamtschaden von mehr als 5,5 Millionen Euro. Neben den gestohlenen Geldbeträgen verursachten die Detonationen auch erhebliche Sachschäden an den betroffenen Bankfilialen und umliegenden Gebäuden. In einigen Fällen war die Zerstörung so massiv, dass ganze Gebäudekomplexe evakuiert werden mussten.
Festnahmen nach internationaler Großrazzia
Die mutmaßlichen Täter wurden im November des vergangenen Jahres im Rahmen einer grenzübergreifenden Großrazzia festgenommen. An der koordinierten Operation beteiligten sich Einsatzkräfte aus Deutschland und den Niederlanden. Die Männer wurden in verschiedenen Städten verhaftet, nachdem die Ermittlungsbehörden die Bande über Monate hinweg observiert hatten. Dabei wurden auch Sprengstoff und umfangreiche Beweismaterialien sichergestellt.
Vorwurf der bandenmäßigen Kriminalität
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in einer fest organisierten Bande agiert zu haben. Jeder der Beschuldigten hatte angeblich spezifische Aufgaben innerhalb der Gruppe, etwa bei der Beschaffung von Sprengstoff, der Planung der Taten oder der Fluchtorganisation. Durch das systematische Vorgehen soll die Gruppe erhebliche Summen erbeutet haben.
Sicherheitsvorkehrungen beim Prozess
Aufgrund der Schwere der Vorwürfe und möglicher Sicherheitsrisiken wurden beim Prozessauftakt in Osnabrück verstärkte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Der Saal ist besonders gesichert, und vor dem Gerichtsgebäude patrouillieren Polizeikräfte.
Harte Strafen drohen
Sollten die Angeklagten schuldig gesprochen werden, drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen. Die Richter müssen klären, inwieweit die einzelnen Beschuldigten an den Taten beteiligt waren und ob sie sich der bandenmäßigen Sprengung und des schweren Diebstahls schuldig gemacht haben. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern.
Hintergrund: Steigende Zahl von Geldautomatensprengungen
Geldautomatensprengungen sind in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen. Laut Statistik gab es allein im vergangenen Jahr über 450 Fälle, oft verübt von international agierenden Banden. Die Polizei und Sicherheitsbehörden arbeiten daran, den Druck auf die Täter zu erhöhen, etwa durch den Einsatz verbesserter Überwachungstechnologien und präventiver Schutzmaßnahmen an Geldautomaten.
Der Ausgang dieses Verfahrens wird als wegweisend für die Bekämpfung dieser Form der organisierten Kriminalität angesehen.