Krankenhäuser in Sachsen: Syrische Ärzte unverzichtbar
Die medizinische Versorgung in Sachsen steht vor einer Herausforderung: Sollten zahlreiche syrische Ärzte in ihre Heimat zurückkehren, drohen massive Versorgungsengpässe. Friedrich München, Geschäftsführer der Sächsischen Krankenhausgesellschaft, betonte im Gespräch mit dem MDR, dass insbesondere kleine Landkrankenhäuser stark von syrischen Ärzten abhängig seien. Allein in Sachsen arbeiten mehr als 400 Mediziner aus Syrien, was einem Anteil von 1,5 Prozent entspricht. Thüringen beschäftigt knapp 350 syrische Ärzte, während Sachsen-Anhalt auf die Unterstützung von etwa 140 angewiesen ist. Ein Weggang dieser Fachkräfte könnte die ohnehin angespannte Personalsituation in deutschen Kliniken weiter verschärfen.
Scholz plant Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel
Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel von sieben auf fünf Prozent ausgesprochen. In einem ARD-Interview erklärte der Kanzler, diese Maßnahme würde vielen Menschen mit geringem Einkommen helfen, während der Bundeshaushalt kaum belastet werde. Auf die Frage nach einer möglichen Steuererleichterung für die Gastronomie blieb Scholz jedoch zurückhaltend. Er betonte, dass zunächst „überschaubare Maßnahmen“ umgesetzt werden sollten, um spürbare Entlastungen zu schaffen.
Klimawandel: Bund präsentiert neue Vorsorge-Strategie
Die Bundesregierung hat eine überarbeitete Strategie zur Anpassung an den Klimawandel vorgestellt. Ziel ist es, die Bevölkerung besser vor Extremwetter wie Hitze, Starkregen oder Hochwasser zu schützen. Ein zentraler Punkt ist der Ausbau der Warn-App Nina, deren Nutzerzahl bis 2030 auf 16 Millionen steigen soll. Außerdem sollen Städte stärker begrünt und die Flächenversiegelung reduziert werden. Das Kabinett verabschiedete die Strategie heute und setzte damit erstmals verbindliche Ziele für die Klimavorsorge. Besonders in urbanen Räumen sollen Maßnahmen gegen Hitzeinseln vorangetrieben werden.
Umweltverbände klagen gegen Glyphosat-Zulassung
Mehrere Umweltorganisationen, darunter der Dachverband PAN, haben Klage gegen die erneute EU-Zulassung von Glyphosat eingereicht. Sie werfen der Europäischen Kommission vor, bei ihrer Bewertung des Pestizids kritische Studien ignoriert zu haben. Trotz anhaltender Unsicherheiten und Wissenslücken hatte Brüssel die Nutzung von Glyphosat Ende 2023 für zehn Jahre verlängert. Das Pestizid ist weltweit der am häufigsten eingesetzte Inhaltsstoff in Unkrautvernichtern. Die Klage wird nun vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt.
Tourismus in Deutschland: Rekordzahlen trotz Krisen
Die deutsche Tourismusbranche setzt ihren Aufschwung fort: Mit rund 433 Millionen Übernachtungen von Januar bis Oktober 2024 wurde ein neuer Rekord erzielt. Laut dem Statistischen Bundesamt sind dies 1,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 0,2 Prozent mehr als im bisherigen Spitzenjahr 2019. Besonders gefragt waren Ferienwohnungen und Hotels in ländlichen Regionen, während Großstädte aufgrund der gestiegenen Preise weniger Zuwächse verzeichneten. Die Branche blickt optimistisch ins kommende Jahr, da der internationale Tourismus ebenfalls wieder an Fahrt gewinnt.
Carola-Brücke in Dresden: Abriss statt Sanierung
Die Carola-Brücke in Dresden muss vollständig abgerissen werden. Ein aktuelles Gutachten stellte fest, dass die Tragfähigkeit der verbliebenen Stahlkonstruktion nicht mehr gewährleistet ist. Die Stadtverwaltung hatte gehofft, die noch intakten Teile der Brücke zumindest vorübergehend nutzen zu können. Diese Pläne sind nun vom Tisch. Der Abriss wird voraussichtlich mehrere Monate dauern und zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen. Das Gutachten, das heute vorgestellt wird, sieht keine Möglichkeit für eine wirtschaftliche Sanierung.