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Internationale Studie zum Missbrauch von K.O.-Tropfen gestartet

OurWhiskyFoundation (CC0), Pixabay

Die Technische Universität Chemnitz hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein internationales Forschungsprojekt zum Missbrauch von K.O.-Tropfen ins Leben gerufen. Ziel der Studie ist es, das tatsächliche Ausmaß und die Hintergründe dieser gefährlichen Substanzmissbräuche besser zu verstehen.

Fokus auf Betroffene und Prävention
Die Studie richtet sich an Betroffene ab 14 Jahren, die in den drei beteiligten Ländern online befragt werden sollen. Ziel ist es, einen möglichst breiten Querschnitt der Erfahrungen und Auswirkungen von K.O.-Tropfen zu erfassen. „Wir wollen fundierte Daten gewinnen, um sowohl das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen als auch gezielte Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können“, erklärte ein Sprecher der TU Chemnitz.

Ein unterschätztes Problem
K.O.-Tropfen, meist in Form von GHB oder ähnlichen Substanzen, werden häufig in Getränken unbemerkt verabreicht. Sie können zu starker Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Gedächtnisverlust führen und werden oft im Kontext von Straftaten wie sexuellen Übergriffen oder Raub verwendet. Trotz der Brisanz des Themas fehlen bisher verlässliche Daten zu Häufigkeit und Verbreitung des Missbrauchs.

„Bislang beruhen unsere Erkenntnisse größtenteils auf Einzelfällen oder Schätzungen. Diese Lücke wollen wir mit unserer Studie schließen“, so Projektleiterin Dr. Eva Müller.

Breites Forschungsnetzwerk und langfristige Ziele
Das Projekt vereint Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Kriminologie und Sozialwissenschaften. Neben der Datenerhebung zielt die Studie darauf ab, Empfehlungen für politische Maßnahmen und die Strafverfolgung zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schulung von medizinischem Personal und der Polizei, um den Missbrauch frühzeitig zu erkennen und Betroffenen besser helfen zu können.

Gesellschaftliche Verantwortung und Aufklärung
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Neben der wissenschaftlichen Arbeit soll eine Informationskampagne gestartet werden, die vor allem junge Menschen über die Gefahren von K.O.-Tropfen aufklärt. „Wir möchten, dass Menschen in Bars, Clubs und auf Veranstaltungen besser informiert und wachsam sind“, betonte die Projektleitung.

Erste Ergebnisse und Ausblick
Die Studie läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren, erste Ergebnisse werden in etwa einem Jahr erwartet. Diese sollen nicht nur zur Prävention beitragen, sondern auch helfen, Unterstützungsangebote für Betroffene zu verbessern. Das Forschungsprojekt wird von den beteiligten Ländern finanziell und logistisch unterstützt und könnte ein Modell für ähnliche Initiativen in anderen Regionen werden.

Die Initiative der TU Chemnitz zeigt, wie wichtig es ist, dem Missbrauch von K.O.-Tropfen mit vereinten Kräften entgegenzutreten – sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene.

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