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Cold Case Simone Strobel: Spektakuläre Wendungen bei Anhörungen in Australien

GraphicMama-team (CC0), Pixabay

Fast 20 Jahre nach dem Tod der Unterfränkin Simone Strobel in Australien bleibt der mysteriöse Fall ungelöst. Neue Anhörungen vor einem Gericht in Lismore sollten Klarheit schaffen – und sorgten für unerwartete Enthüllungen und emotionale Momente. Die Familie der Getöteten reiste eigens aus Deutschland an, um vor Ort die Entwicklungen zu verfolgen.

Ex-Freund weiterhin im Fokus

Strobels damaliger Freund, ein Mann aus Unterfranken, steht weiterhin im Mittelpunkt der Ermittlungen. Ein leitender Ermittler bekräftigte vor Gericht, dass er den Ex-Freund für den „wahrscheinlichen“ Täter halte. Zwar gibt es keine physischen Beweise wie DNA-Spuren, doch die Ermittler sehen seine widersprüchlichen Aussagen zur Tatnacht als belastend an. 2022 wurde gegen den Mann Anklage wegen Mordes erhoben, die jedoch 2023 mangels Beweisen fallen gelassen wurde. Verdeckte Ermittlungen, die ihn zu einem Geständnis bewegen sollten, blieben ebenfalls erfolglos.

Neue Zeugenaussagen sorgen für Aufsehen

Am letzten Tag der Anhörungen gab ein Zeuge überraschend an, Strobels Ex-Freund in der Tatnacht gesehen zu haben. Er schilderte, dass der Mann entschlossen auf eine Frau zugerannt sei, die die Polizei als Simone Strobel identifiziert haben könnte. Obwohl der Zeuge diese Beobachtung bereits früher der Polizei mitgeteilt hatte, gab er damals an, „nur einen Mann“ gesehen zu haben. Seine jüngste Aussage, den Mann als Strobels Ex-Freund zu identifizieren, begründete er mit Angst vor Repressalien. Diese „bombshell evidence“, wie sie das lokale Medium „The Nightly“ bezeichnete, sorgte für verblüffte Reaktionen bei allen Anwesenden – einschließlich des beschuldigten Ex-Freundes und der Geschwister der Verstorbenen.

Andere Verdächtige und neue Spuren

Nicht weniger spektakulär war die Aussage eines Farmers, der berichtete, dass ein Bekannter namens „Gus“ ihm kurz nach Strobels Tod die Tat gestanden habe. Der Landwirt gab an, diese Information anonym gemeldet zu haben, aber erst Jahre später von der Polizei kontaktiert worden zu sein. „Gus“ sei jedoch nicht die einzige Person, die mit der Tat geprahlt habe. Laut weiteren Berichten hätten mehrere Männer ähnliche Geständnisse abgelegt und seien später aus der Gegend weggezogen.

Außerdem wurde im Zuge der Anhörungen darauf hingewiesen, dass Strobel sich am Abend ihres Todes in einem als gefährlich geltenden Viertel von Lismore aufgehalten habe. Der Anwalt des Ex-Freundes stellte infrage, ob die Polizei zu sehr auf seinen Mandanten als Hauptverdächtigen fixiert gewesen sei, anstatt andere Theorien ausreichend zu verfolgen.

Familie in tiefer Trauer

Besonders emotional wurde es, als Simone Strobels Schwester vor Gericht sprach. Sie schilderte, wie der Tod ihrer Schwester das Leben ihrer Familie zerstört habe. Ihre Eltern seien in tiefe Verzweiflung gestürzt, und auch für sie und ihren Bruder sei nichts mehr wie zuvor: „Das Undenkbare wurde Realität, und der Glaube an eine bessere Zukunft ist verloren gegangen“, erklärte sie mit zitternder Stimme.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Anhörungen werden nun in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst, der über das weitere Vorgehen in diesem Fall entscheiden soll. Der Cold Case bleibt ein Beispiel für die Herausforderungen in der internationalen Zusammenarbeit bei ungelösten Mordfällen. Die Familie Strobel und die Öffentlichkeit hoffen, dass die neuen Erkenntnisse endlich Licht in die dunklen Ereignisse jener Nacht bringen könnten. Bis dahin bleibt der Fall Simone Strobel ein Mahnmal für Geduld, Hoffnung und die Suche nach Gerechtigkeit.

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