Der Wert von Häusern und Wohnungen mit veralteten Öl- oder Gasheizungen könnte in den kommenden Jahren deutlich sinken. Experten aus der Immobilienbranche, darunter Ökonomen, Makler und Fachleute, warnen, dass der Markt zunehmend auf Energieeffizienz setzt. Immobilien mit unsanierten Heizsystemen werden nach ihrer Einschätzung nur mit wachsenden Preisabschlägen verkauft werden können. Dieser Trend hat sich bereits jetzt bemerkbar gemacht: Energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Preise, während unsanierte Objekte günstiger angeboten werden.
Energieeffizienz als Kaufkriterium
Der Druck, auf klimafreundlichere Heizsysteme umzusteigen, wächst – sowohl durch gesetzliche Vorgaben als auch durch ein gesteigertes Bewusstsein bei Käufern. Besonders im Zuge der geplanten Vorgaben zur Energiewende und dem Heizungsgesetz rückt die Modernisierung alter Heizsysteme in den Fokus. Makler berichten, dass Interessenten vermehrt nach den Heizsystemen fragen und Immobilien mit modernen, effizienten Anlagen bevorzugen. Häuser mit alten Öl- oder Gasheizungen gelten hingegen als kostenintensiv, da die Modernisierung oft hohe Investitionen erfordert.
Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt
Laut der Bausparkasse Schwäbisch Hall sind die Preise für Wohnhäuser und Immobilien im Jahr 2024 trotz kräftiger Preisrückgänge im Vorjahr um durchschnittlich 2,4 Prozent gestiegen. Dennoch bleibt das Preisgefälle zwischen sanierten und unsanierten Objekten deutlich und dürfte sich in den kommenden Jahren noch weiter vergrößern. Immobilienexperten sehen hier eine klare Tendenz: Käufer sind zunehmend bereit, für energieeffiziente Objekte höhere Preise zu zahlen, während unsanierte Immobilien an Attraktivität verlieren.
Alte Heizungen – ein Risikofaktor für Verkäufer
Häuser mit alten Heizsystemen gelten nicht nur als weniger wertvoll, sondern könnten langfristig auch schwerer zu verkaufen sein. Potenzielle Käufer kalkulieren nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die zusätzlichen Kosten für notwendige Sanierungsmaßnahmen ein. Dazu zählen:
Austausch der Heizung: Je nach Immobilie können die Kosten für eine neue, umweltfreundliche Heizungsanlage zwischen 10.000 und 30.000 Euro liegen.
Energieberatung und Dämmung: Um die Effizienz zu verbessern, sind oft zusätzliche Maßnahmen wie die Dämmung der Gebäudehülle notwendig.
Zuschüsse und Förderungen: Zwar gibt es staatliche Förderprogramme für den Heizungsaustausch, doch diese decken in der Regel nur einen Teil der Kosten ab.
Relevanz für Käufer und Verkäufer
Für Verkäufer bedeutet dies, dass sie den Zustand ihrer Immobilie kritisch bewerten und gegebenenfalls in Modernisierungsmaßnahmen investieren sollten, um den Wert ihres Hauses zu sichern. Käufer hingegen sollten sich bewusst sein, dass eine alte Heizung zwar den Kaufpreis senken kann, langfristig aber zu erheblichen Kosten führen könnte. Eine gründliche Prüfung der Energieeffizienz sollte daher Teil der Kaufentscheidung sein.
Zukunftsausblick
Immobilienfachleute prognostizieren, dass der Trend zu energieeffizienten Immobilien weiter an Bedeutung gewinnen wird. Das Preisgefälle zwischen sanierten und unsanierten Objekten wird sich voraussichtlich vergrößern, insbesondere wenn die gesetzlichen Anforderungen an den Klimaschutz strenger werden. Verkäufer sollten daher rechtzeitig handeln und mögliche Sanierungsmaßnahmen in Betracht ziehen, um ihre Immobilie konkurrenzfähig zu halten. Käufer hingegen profitieren, wenn sie in nachhaltige und zukunftsfähige Immobilien investieren.
Fazit
Eine alte Öl- oder Gasheizung mindert nicht nur den Wert einer Immobilie, sondern erschwert auch den Verkauf. Energieeffizienz wird auf dem Immobilienmarkt zum entscheidenden Faktor, und sowohl Käufer als auch Verkäufer sollten sich der wachsenden Bedeutung bewusst sein. Eine Modernisierung ist nicht nur eine Investition in den Immobilienwert, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz.