Am 14. November, dem Weltdiabetestag, rückten Experten und Organisationen weltweit die Herausforderungen und Missverständnisse rund um die chronische Krankheit Diabetes in den Fokus. Wissenschaftler nutzten diesen Tag, um über die neuesten Erkenntnisse aufzuklären, weit verbreitete Mythen zu entkräften und vor gefährlichen Entwicklungen wie gefälschten Medikamenten zu warnen.
Was ist Diabetes?
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war Diabetes eine chronische Krankheit, die auftrat, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produzierte oder der Körper dieses Hormon nicht effektiv nutzen konnte. Insulin war entscheidend für die Regulierung des Blutzuckerspiegels. Ohne eine angemessene Behandlung führte die Krankheit häufig zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervenschäden und Nierenproblemen.
Mythen über Diabetes und ihre Widerlegung
Kein „gutes“ oder „schlechtes“ Diabetes: Häufig wurde zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterschieden, wobei fälschlicherweise angenommen wurde, dass eine Form der Krankheit weniger schlimm sei. Experten wie Elsa Fernández Rubio, Endokrinologin und Mitglied der Spanischen Diabetes-Gesellschaft (SED), betonten damals, dass beide Typen unterschiedliche Ursachen und Behandlungsansätze hatten, aber keine Form verharmlost werden sollte. Der größte Risikofaktor war die unzureichende Behandlung.
Insulin war sicher und unverzichtbar: Ein weit verbreiteter Irrglaube bestand darin, dass Insulin gefährlich sei oder Entzündungen verursache. Fachleute klärten auf, dass Insulin die Kontrolle des Blutzuckers verbesserte und das Risiko schwerer Komplikationen erheblich reduzierte. Fehlinformationen über Insulin führten jedoch oft dazu, dass Patienten notwendige Therapien ablehnten.
Obst war für Diabetiker erlaubt: Damals hielt sich der Mythos, dass Menschen mit Diabetes kein Obst essen sollten. Experten wiesen darauf hin, dass Obst – in Maßen und als ganze Frucht konsumiert – ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung war. Der enthaltene Fruchtzucker wurde durch Ballaststoffe reguliert und war daher unbedenklich.
Gefälschte Medikamente: Eine unterschätzte Gefahr
Im Internet kursierten zahlreiche Angebote für „Wundermittel“ gegen Diabetes, die Heilung oder eine bessere Kontrolle des Blutzuckers versprachen. Antonio Lavado, Präsident der Spanischen Diabetesvereinigung (FEDE), bezeichnete diese Angebote damals als gefährliche Betrugsversuche.
Carlos Fernández Moriano, Experte für Pharmazie, warnte, dass der Konsum solcher gefälschten Produkte schwerwiegende Folgen haben konnte. Akute Komplikationen wie Hypoglykämie oder Hyperglykämie sowie langfristige Schäden an Organen waren häufig die Folge einer unzureichenden Behandlung.
Wie Patienten sich schützten
Fachleute empfahlen damals mehrere Maßnahmen, um Betrug zu vermeiden:
Kauf nur in Apotheken: Medikamente gegen Diabetes waren verschreibungspflichtig und durften ausschließlich in Apotheken verkauft werden.
Misstrauen gegenüber Werbung: Produkte, die eine „Heilung“ für Diabetes versprachen, galten als unseriös, da es damals keine Heilung für die Krankheit gab, sondern nur Behandlungen zur Kontrolle des Blutzuckers.
Vertrauenswürdige Quellen nutzen: Patienten wurden ermutigt, sich ausschließlich auf Informationen von medizinischen Gesellschaften, Patientenverbänden oder offiziellen Gesundheitsorganisationen zu verlassen.
Die Bedeutung von Aufklärung
Der Weltdiabetestag erinnerte damals daran, wie wichtig es war, Mythen zu entlarven und Patienten vor falschen Informationen und unseriösen Angeboten zu schützen. Experten wie Fernández Rubio forderten mehr Aufklärung, um insbesondere gefährdete Gruppen wie junge Menschen und ältere Patienten besser zu erreichen. Mit präzisen Informationen und gesicherten Behandlungsmethoden konnte die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes erheblich verbessert werden.