Die Deutsche Bahn hat seit 2020 durch den Verkauf von über 1.500 Grundstücken Einnahmen in Höhe von rund 364,4 Millionen Euro erzielt. Damit nutzt der bundeseigene Konzern seine Immobilienbestände zur Generierung zusätzlicher Mittel. Die Verkäufe sollen fortgesetzt werden: In einer Antwort auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel teilte die Bahn mit, dass bis Ende des Jahres noch 150 weitere Liegenschaften verkauft werden sollen. Für das kommende Jahr plant die Bahn den Verkauf von weiteren 100 Grundstücken, was zusammen voraussichtlich rund 75 Millionen Euro zusätzlich einbringen wird.
Matthias Gastel kritisierte die Verkaufsstrategie des Konzerns scharf: „Es darf für die Deutsche Bahn kein Geschäftsmodell sein, solche Flächen dauerhaft herzugeben,“ betonte er. Gastel und andere Kritiker argumentieren, dass die Bahn mit diesen Grundstücken wertvolle Ressourcen für künftige Infrastrukturprojekte verlieren könnte. Solche Flächen könnten etwa für den Bau von Bahnstrecken, Wartungsanlagen oder Bahnhöfen genutzt werden, um die Mobilitätswende voranzutreiben.
Die Deutsche Bahn verteidigt ihre Verkaufsstrategie damit, dass es sich überwiegend um Flächen handelt, die nicht mehr betriebsnotwendig sind. Der Erlös soll in die Modernisierung und den Ausbau der Schieneninfrastruktur investiert werden. Vor dem Hintergrund steigender Mobilitätsanforderungen und der angestrebten Klimaziele steht das Unternehmen jedoch im Spannungsfeld zwischen der kurzfristigen Erlösgenerierung und der langfristigen Sicherung von Flächen für den Bahnbetrieb.
Die Verkaufsstrategie hat eine Diskussion darüber ausgelöst, wie der bundeseigene Konzern mit seinen Immobilien umgehen sollte und inwieweit eine nachhaltige Nutzung dieser Flächen für die Bahn von strategischem Interesse sein könnte. Kritiker fordern, dass die Bahn stärker auf die langfristige Sicherung und Nutzung der Grundstücke setzen sollte, um künftige Projekte nicht durch Flächenmangel zu gefährden.