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Schmuggel exotischer Tiere in Europa nimmt alarmierend zu

In den letzten Jahren hat die Zahl der aufgedeckten Fälle von Schmuggel exotischer Tiere in Europa erheblich zugenommen. Diese besorgniserregende Entwicklung zeigt sich auch in jüngsten Vorfällen, wie etwa der Entdeckung von Eidechsen und Vogelspinnen in einem Fahrzeug, das zur Ausfuhr in die Türkei vorbereitet wurde. Bulgarische Zollbeamte stellten in einem Lkw ein geheimes Fach fest, das 100 Leopardgeckos und 243 Vogelspinnen enthielt.

Laut Experten werden viele dieser Tiere in Europa gezüchtet, insbesondere in Ländern wie Deutschland und der Tschechischen Republik. Die Zucht dieser Arten ist relativ unkompliziert, was zu einem Anstieg der Nachfrage und damit des Schmuggels führt. „Die Tiere werden speziell für den Handel gezüchtet und gelangen an Zoohandlungen, wo sie dann oft illegal verkauft werden“, erklärt der Herpetologe Georgijs Rusevs. Nach ihrer Ankunft werden die Tiere in separaten Boxen gehalten und mit Insekten gefüttert, bis eine Lösung durch die regionale Umwelt- und Wasserinspektion gefunden wird.

Der Schmuggel ist jedoch nicht nur auf Eidechsen und Spinnen beschränkt. Auch Papageien, Kanarienvögel und Schildkröten fallen unter die Schmuggelware. Experten der britischen Rundfunkanstalt BBC haben hervorgehoben, dass insbesondere der Schmuggel von großen, in freier Wildbahn gefangenen Spinnen besorgniserregend ist. Diese Tiere werden häufig als Haustiere gehalten, während rund 43 Prozent der Exemplare getötet und als Souvenirs verkauft werden. Diese Praxis stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Arthropodenpopulationen in Ländern wie Indien, Sri Lanka, Kolumbien und anderen tropischen Regionen dar.

Die Konsequenzen für die Tiere sind gravierend. Da viele der geschmuggelten Arten gefährdet sind, hat der Anstieg des Schmuggels nicht nur Auswirkungen auf die Tierbestände, sondern auch auf die gesamte Biodiversität. Zudem kann der illegale Handel mit exotischen Tieren zur Verbreitung von Krankheiten beitragen, die sowohl für Menschen als auch für einheimische Tierarten gefährlich sind.

Um diesem alarmierenden Trend entgegenzuwirken, sind sowohl gesetzgeberische Maßnahmen als auch internationale Kooperationen erforderlich. Die Behörden müssen verstärkt gegen den illegalen Handel vorgehen, indem sie die Kontrollen an Grenzen und in Transportmitteln verschärfen und gleichzeitig die Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Schmuggels informieren. Der Schutz dieser Tiere und der Erhalt der Biodiversität müssen oberste Priorität haben.

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