Diphtherie ist eine ernsthafte und hoch ansteckende Infektionskrankheit, die ohne schnelle Behandlung tödlich verlaufen kann. Zwar sind Infektionen in Deutschland dank der Impfung selten geworden, doch Fälle kommen immer noch vor – wie kürzlich im Havelland in Brandenburg, wo ein ungeimpfter Junge wegen schwerer Symptome im Krankenhaus behandelt wird. Ein Rückblick zeigt, dass Diphtherie früher zu den Hauptursachen für Todesfälle bei Kindern zählte und als „Würgeengel der Kinder“ gefürchtet war. Doch selbst heute ist die Behandlung nicht immer einfach, wie Bernhard Kosak, Leiter der Kinder-Notfallmedizin des Klinikums Westbrandenburg, der „Märkischen Allgemeinen“ erklärte: „Viele denken, dass diese Krankheit gut behandelbar ist, doch das trifft oft nicht zu.“
Was ist Diphtherie?
Diphtherie wird durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht und kann ernste Atemprobleme sowie Herz- und Nervenschäden hervorrufen. Die Krankheit befällt hauptsächlich den Rachen und die Atemwege, wo sie zu einem grauen, zähen Belag führt, der die Atemwege blockieren und schwere Atemnot verursachen kann. In schlimmen Fällen greifen die vom Bakterium produzierten Toxine das Herz und Nervensystem an, was zum Tod führen kann, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Symptome von Diphtherie
Die Symptome variieren je nach Infektionsort, treten jedoch in der Regel zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung auf. Häufige Anzeichen einer Diphtherie-Infektion sind:
Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
Fieber
Schwellungen der Lymphknoten im Hals, oft als „Stiernacken“ bezeichnet
Heiserkeit und Atemnot
Ein charakteristischer grauer Belag im Rachen oder auf den Mandeln
In schweren Fällen kann das Gift der Diphtheriebakterien den Herzmuskel und die Nerven angreifen, was zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen führen kann.
Übertragungswege und Risikogruppen
Diphtherie wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Husten oder Niesen einer infizierten Person. Aber auch direkter Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder infizierten Hautwunden kann die Krankheit verbreiten. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Personen sowie Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Behandlung von Diphtherie
Um schwere Komplikationen zu vermeiden, muss die Behandlung so schnell wie möglich beginnen. Sie besteht aus einer Kombination von Diphtherie-Antitoxin, das die bakteriellen Toxine neutralisiert, und Antibiotika wie Penicillin oder Erythromycin, die die Bakterien abtöten. Betroffene Patienten werden zudem isoliert, um eine Ausbreitung zu verhindern, und enge Kontaktpersonen erhalten präventive Maßnahmen und eine Auffrischungsimpfung.
Prävention durch Impfung
Die sicherste Maßnahme zum Schutz vor Diphtherie ist die Impfung, die in Deutschland standardmäßig im Kindesalter verabreicht wird und in Kombination mit anderen Impfstoffen (z. B. gegen Tetanus und Keuchhusten) erfolgt. Erwachsene sollten ihren Impfschutz alle zehn Jahre auffrischen, da dieser mit der Zeit nachlässt. Bei Reisen in Länder, in denen Diphtherie häufiger vorkommt, wird ebenfalls eine Auffrischung empfohlen.
Wie gefährlich ist Diphtherie heute?
Dank Impfungen sind Diphtherie-Fälle in vielen Ländern selten geworden. Dennoch bleibt die Krankheit gefährlich, vor allem in Regionen mit niedriger Durchimpfungsrate oder instabilen Gesundheitssystemen. Ohne Behandlung verläuft Diphtherie in etwa zehn Prozent der Fälle tödlich, bei Kindern unter fünf Jahren und älteren Menschen ist die Sterblichkeitsrate sogar noch höher. Aus diesem Grund bleiben Impfprogramme und präventive Maßnahmen entscheidend, um die Krankheit weiter zurückzudrängen und Ausbrüche zu verhindern.