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Irreführende Gesundheitswerbung: Verbraucherzentrale NRW warnt vor falschen Heilversprechen

silviarita (CC0), Pixabay

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) schlägt Alarm: Immer wieder werden Produkte mit irreführenden Werbeversprechen beworben, die angeblich Heilung oder besondere gesundheitliche Vorteile versprechen. Doch häufig fehlt es diesen Produkten an wissenschaftlichen Beweisen, die solche Versprechen tatsächlich stützen. Dies kann für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich sein.

Was sind irreführende Gesundheitsversprechen?

Viele Hersteller preisen ihre Produkte als wahre Wundermittel an, die bei unterschiedlichen Krankheiten helfen oder die Gesundheit verbessern sollen. Beispiele hierfür sind Nahrungsergänzungsmittel, Tees, Cremes oder Geräte, die angeblich Schmerzen lindern oder sogar schwerwiegende Krankheiten heilen können. Auf den Verpackungen und in der Werbung klingt das oft beeindruckend – etwa durch Aussagen wie „Stärkt das Immunsystem“, „Hilft bei Gelenkschmerzen“ oder „Bekämpft Entzündungen“.

Doch in den meisten Fällen sind diese Versprechen nicht wissenschaftlich belegt. Die beworbenen Wirkungen basieren oft auf einzelnen Erfahrungsberichten oder nicht anerkannten Studien. Das Problem dabei: Wer an die Heilwirkung solcher Produkte glaubt, gibt möglicherweise viel Geld für etwas aus, das am Ende nicht hilft. In einigen Fällen verzichten Betroffene sogar auf notwendige medizinische Behandlungen, weil sie auf die angeblich heilenden Effekte dieser Produkte hoffen.

Warnung der Verbraucherzentrale NRW

Angesichts dieser Problematik hat die Verbraucherzentrale NRW eine Warnung herausgegeben. Sie möchte Verbraucherinnen und Verbraucher darauf aufmerksam machen, dass sie skeptisch sein sollten, wenn Produkte mit übertriebenen oder nicht belegten Gesundheitsversprechen beworben werden. Viele dieser Produkte werden aggressiv im Internet oder in sozialen Medien beworben, oft mit Videos und Erfahrungsberichten, die einen seriösen Eindruck machen. Doch hinter diesen Werbeanzeigen steckt oft mehr Marketing als tatsächliche Wirkung.

Warum ist die Werbung irreführend?

Die Werbung wird als irreführend betrachtet, wenn die beworbenen Versprechen übertrieben oder wissenschaftlich nicht nachweisbar sind. Es gibt klare Regeln, welche Aussagen über gesundheitliche Wirkungen gemacht werden dürfen. So müssen alle Angaben wissenschaftlich fundiert sein, bevor ein Produkt als heilend oder gesundheitsfördernd beworben werden darf. Wenn ein Produkt zum Beispiel verspricht, das Immunsystem zu stärken oder bestimmte Beschwerden zu lindern, muss dies durch anerkannte Studien belegt sein. Ist das nicht der Fall, handelt es sich um eine unzulässige Werbung.

Die Verbraucherzentrale NRW rät daher dazu, kritisch zu hinterfragen, ob es für die angeblichen Effekte eines Produktes echte, unabhängige Studien gibt. Wenn keine belastbaren Beweise vorliegen, ist Vorsicht geboten.
Wie können sich Verbraucherinnen und Verbraucher schützen?

Wissenschaftliche Belege überprüfen: Vor dem Kauf sollten Verbraucher prüfen, ob es echte Studien gibt, die die versprochenen Wirkungen belegen. Ein kurzer Blick auf die Hersteller-Website oder eine Nachfrage beim Hersteller reicht oft nicht aus. Wissenschaftliche Belege sollten von unabhängigen Instituten oder Universitäten stammen.
Misstrauisch bei „zu guten“ Versprechen: Produkte, die als „Wundermittel“ oder „natürliche Heilung“ angepriesen werden, sind besonders kritisch zu betrachten. Solche Versprechen sind oft übertrieben und beruhen selten auf wissenschaftlicher Grundlage.
Beratung einholen: Wer unsicher ist, ob ein Produkt wirklich hilft, sollte sich von unabhängigen Stellen beraten lassen – zum Beispiel von einer Apothekerin oder einem Arzt. Auch die Verbraucherzentralen bieten Beratung und Unterstützung an.
Seriöse Quellen nutzen: Informationen aus seriösen Gesundheitsportalen oder von anerkannten medizinischen Organisationen sind verlässlicher als Werbung auf Social-Media-Plattformen oder Online-Shops.

Fazit: Kritisch bleiben und schützen

Irreführende Gesundheitswerbung bleibt ein Problem, da viele Menschen auf die angeblichen Heilversprechen hereinfallen. Die Verbraucherzentrale NRW setzt sich dafür ein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher besser informiert werden und kritischer gegenüber solchen Angeboten sind. Letztlich gilt: Ein gesundes Maß an Skepsis schützt vor Enttäuschungen und unnötigen Ausgaben. Gesundheit sollte nie auf zweifelhafte Produkte gesetzt werden – fundierte medizinische Behandlungen und eine gute Beratung sind der sicherere Weg.

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