Die humanitäre Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich zunehmend, besonders im Hinblick auf sexualisierte Gewalt. Laut einem aktuellen Bericht der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und dem Gesundheitsministerium des Landes haben die Fälle von sexueller Gewalt 2023 einen erschreckenden Höchststand erreicht. Auch die Zahlen für das Jahr 2024 sind bereits alarmierend. In nur fünf Provinzen des Landes wurden mehr Überlebende behandelt als jemals zuvor.
Besonders drastisch ist die Lage in der konfliktreichen Provinz Nord-Kivu. Zwischen Januar und Mai 2024 wurden dort allein 17.363 Überlebende von sexueller Gewalt medizinisch versorgt – eine erschütternde Zahl, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen Jahren die Gesamtzahl der behandelten Fälle in den fünf betroffenen Provinzen bei etwa 10.000 pro Jahr lag.
Die drastische Zunahme der Gewalt ist ein erschreckendes Zeugnis der anhaltenden Konflikte in der Region, in denen Frauen, Kinder und andere vulnerable Gruppen besonders häufig Opfer werden. Hilfsorganisationen fordern dringend verstärkte internationale Aufmerksamkeit und mehr Ressourcen, um diesen Überlebenden nicht nur medizinische, sondern auch psychologische und rechtliche Unterstützung zukommen zu lassen.