In einem kürzlich geführten Interview verteidigte der Leiter des Tesla-Werks in Grünheide bei Berlin, Andre Thierig, die umstrittene Praxis von Hausbesuchen bei Mitarbeitern, die häufig krankgeschrieben sind. Diese Maßnahme wurde als Reaktion auf einen auffallend hohen Krankenstand während der Sommermonate eingeführt, was bei einigen Angestellten für Frustration sorgte.
Laut Thierig sei es keineswegs ungewöhnlich, dass Unternehmen in solchen Fällen Hausbesuche vornehmen, um den Krankenstand zu überprüfen. Er betonte, dass diese Praxis nicht ohne vorherige Ankündigung durchgeführt wurde. Die Belegschaft sei auf einer Betriebsversammlung vorab informiert worden und habe die Maßnahme mehrheitlich begrüßt.
„Es ist wichtig, dass wir hier Transparenz zeigen. Die hohe Abwesenheitsrate hat zu Unmut unter den Kollegen geführt, die regelmäßig vor Ort sind und zusätzliche Lasten tragen müssen“, erklärte Thierig. Mit den Hausbesuchen wolle Tesla einen Überblick über die Situation erhalten und sicherstellen, dass keine Missverständnisse oder ungerechtfertigten Fehlzeiten die Arbeitsabläufe stören.
Die Maßnahme wirft dennoch Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre der Beschäftigten und deren Rechte im Krankheitsfall. Trotz der Zustimmung auf der Betriebsversammlung bleibt abzuwarten, wie sich diese Praxis langfristig auf das Betriebsklima auswirken wird.
Die Diskussion über den Umgang mit Krankmeldungen und die Überprüfung von Abwesenheiten wird im Kontext des Fachkräftemangels und steigender Anforderungen an die Mitarbeiter sicherlich weiterhin relevant bleiben. Tesla muss hier einen Balanceakt zwischen Effizienz und den Bedürfnissen seiner Angestellten meistern.