Die Bilanz der PREIG 22. MAL57 GmbH für das Geschäftsjahr 2023 wirft einige kritische Fragen auf, besonders aus der Perspektive von Anlegern und potenziellen Investoren. Hier sind die wesentlichen Punkte der Analyse:
1. Vermögenslage
- Das Anlagevermögen hat sich leicht verringert, von EUR 8,019 Mio. auf EUR 7,810 Mio. Dieser Rückgang ist größtenteils auf die Abschreibungen auf Sachanlagen zurückzuführen. Eine stabile Anlagebasis ist ein positives Zeichen, da das Unternehmen anscheinend über substantielle physische Vermögenswerte verfügt, die jedoch an Wert verlieren.
- Umlaufvermögen hat sich deutlich von EUR 477.567,06 auf EUR 345.050,22 reduziert. Der größte Anteil des Umlaufvermögens entfällt auf liquide Mittel, die ebenfalls von EUR 424.729,87 auf EUR 292.349,62 gesunken sind. Dies weist auf eine sinkende Liquidität hin, was das Unternehmen anfälliger für finanzielle Engpässe macht.
- Die Rechnungsabgrenzungsposten sind ebenfalls gesunken, was darauf hindeutet, dass im nächsten Jahr weniger Ausgaben abgegrenzt werden.
2. Eigenkapital
- Kein Eigenkapital: Das Unternehmen weist zum 31.12.2023 erneut kein Eigenkapital auf. Das bedeutet, dass das gezeichnete Kapital durch Verluste vollständig aufgezehrt wurde, was die finanzielle Stabilität des Unternehmens stark beeinträchtigt.
- Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich dramatisch erhöht, von EUR 327.147,13 auf EUR 1.120.963,29. Dies bedeutet, dass die Schulden des Unternehmens die Vermögenswerte erheblich übersteigen, was auf eine bilanzielle Überschuldung hinweist.
- Jahresfehlbetrag: Der Jahresfehlbetrag hat sich mehr als verdoppelt (von EUR 321.978,76 auf EUR 793.816,16), was die prekäre finanzielle Situation verschärft. Dies signalisiert, dass das Unternehmen im Jahr 2023 erhebliche operative Verluste gemacht hat.
3. Finanzlage
- Die Verbindlichkeiten sind leicht von EUR 9,088 Mio. auf EUR 9,416 Mio. gestiegen. Der größte Teil der Verbindlichkeiten entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (EUR 8,292 Mio.), die größtenteils langfristiger Natur sind. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen hoch verschuldet ist.
- Kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 2,844 Mio. sind beunruhigend, da das Unternehmen in naher Zukunft signifikante Zahlungen leisten muss. Besonders die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 2,449 Mio., die bis zum 30.09.2024 fällig werden, stellen eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar.
- Positiv ist zu erwähnen, dass die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern teilweise durch einen qualifizierten Rangrücktritt abgesichert sind, was das Risiko einer unmittelbaren Insolvenz verringert.
4. Ertragslage
- Umsatzerlöse sind gestiegen, von EUR 288.889,41 auf EUR 543.556,97. Obwohl dies ein positiver Indikator ist, reicht das Umsatzwachstum bei weitem nicht aus, um die stark gestiegenen Materialaufwendungen (von EUR 68.519,21 auf EUR 392.042,28) und sonstigen betrieblichen Aufwendungen (von EUR 173.640,34 auf EUR 217.537,91) zu kompensieren.
- Die Abschreibungen haben sich ebenfalls verdoppelt, was auf eine starke Abnutzung oder Wertminderung der Vermögensgegenstände hindeutet. Dies reduziert die Ertragslage weiter.
- Besonders besorgniserregend sind die Zinsaufwendungen, die von EUR 270.643,15 auf EUR 519.152,79 gestiegen sind. Die hohen Zinsverpflichtungen belasten die Ertragskraft des Unternehmens erheblich und erhöhen das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit.
5. Fortführungsprognose und Refinanzierungspläne
- Das Unternehmen ist bilanziell überschuldet, dennoch geht die Geschäftsführung von einer positiven Fortführungsprognose aus, basierend auf Refinanzierungsverhandlungen für das fällige Darlehen und der Existenz stiller Reserven im Anlagevermögen in Höhe von ca. EUR 2 Mio.
- Diese Prognose ist jedoch risikobehaftet, da sie stark von externen Faktoren wie der erfolgreichen Refinanzierung und der Werthaltigkeit der stillen Reserven abhängt. Sollte eine Refinanzierung scheitern oder die stillen Reserven geringer ausfallen, könnte das Unternehmen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten.
6. Kritische Punkte für Investoren
- Hohe Verschuldung: Das Unternehmen hat eine sehr hohe Fremdkapitalquote und keinerlei Eigenkapital. Dies stellt ein erhebliches Risiko für Gläubiger und Investoren dar, da es wenig Puffer für unerwartete Kosten oder Einnahmeausfälle gibt.
- Bilanzielles Risiko: Die Fortführung des Unternehmens ist von mehreren unsicheren Faktoren abhängig, insbesondere der Refinanzierung und den stillen Reserven. Anleger sollten sich der Möglichkeit bewusst sein, dass das Unternehmen in naher Zukunft zahlungsunfähig werden könnte.
- Wachsende Verluste: Die steigenden Verluste, insbesondere der signifikante Anstieg der Zinsaufwendungen, stellen ein erhebliches Problem dar. Ohne eine drastische Verbesserung der operativen Leistung oder eine Umschuldung ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen profitabel wird.
Fazit
Die PREIG 22. MAL57 GmbH befindet sich in einer finanziell sehr schwierigen Lage. Die hohen Schulden, gepaart mit wachsenden Verlusten und der bilanziellen Überschuldung, machen das Unternehmen zu einem äußerst riskanten Investment. Die Fortführungsprognose ist unsicher und hängt stark von externen Faktoren ab, was das Risiko für Investoren erhöht. Anleger sollten vorsichtig sein und mögliche Refinanzierungsergebnisse sowie die operative Entwicklung des Unternehmens genau beobachten.