Einstellungen für die Zustimmung anpassen

Wir verwenden Cookies, damit Sie effizient navigieren und bestimmte Funktionen ausführen können. Detaillierte Informationen zu allen Cookies finden Sie unten unter jeder Einwilligungskategorie.

Die als „notwendig" kategorisierten Cookies werden in Ihrem Browser gespeichert, da sie für die Aktivierung der grundlegenden Funktionalitäten der Website unerlässlich sind.... 

Immer aktiv

Notwendige Cookies sind für die Grundfunktionen der Website von entscheidender Bedeutung. Ohne sie kann die Website nicht in der vorgesehenen Weise funktionieren.Diese Cookies speichern keine personenbezogenen Daten.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Funktionale Cookies unterstützen bei der Ausführung bestimmter Funktionen, z. B. beim Teilen des Inhalts der Website auf Social Media-Plattformen, beim Sammeln von Feedbacks und anderen Funktionen von Drittanbietern.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Analyse-Cookies werden verwendet um zu verstehen, wie Besucher mit der Website interagieren. Diese Cookies dienen zu Aussagen über die Anzahl der Besucher, Absprungrate, Herkunft der Besucher usw.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Leistungs-Cookies werden verwendet, um die wichtigsten Leistungsindizes der Website zu verstehen und zu analysieren. Dies trägt dazu bei, den Besuchern ein besseres Nutzererlebnis zu bieten.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Werbe-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf der Grundlage der von ihnen zuvor besuchten Seiten maßgeschneiderte Werbung zu liefern und die Wirksamkeit von Werbekampagne nzu analysieren.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Dark Mode Light Mode

Interview: Ferngesteuerte Funkgeräte und Pager als Waffen – Ein Gespräch mit einem ehemaligen Nachrichtendienstmitarbeite

viarami (CC0), Pixabay

Interviewer: Herr K., Sie haben jahrelang für einen Nachrichtendienst gearbeitet und kennen die Bedrohungen moderner Kriegsführung aus erster Hand. In letzter Zeit gibt es Berichte darüber, dass Funkgeräte und Pager als ferngesteuerte Sprengfallen eingesetzt werden. Was halten Sie von dieser neuen Entwicklung?

Herr K.: Es ist eine besorgniserregende, aber nicht unerwartete Entwicklung. Funkgeräte und Pager waren schon immer eine sichere und bewährte Methode zur Kommunikation, vor allem in Militär- und Krisengebieten. Aber genau diese Verlässlichkeit macht sie auch zu einem attraktiven Ziel. Dass man sie nun als Auslöser für Sprengsätze verwendet, zeigt, wie raffiniert und anpassungsfähig die Methoden asymmetrischer Kriegsführung geworden sind.

Interviewer: Was macht diese Geräte so verwundbar?

Herr K.: Funkgeräte und Pager basieren auf relativ simplen Kommunikationssystemen, die auf Funkwellen und elektromagnetischen Frequenzen beruhen. Diese Signale können relativ leicht abgefangen oder gestört werden. Früher war das ein eher kleineres Risiko, da der Einsatz solcher Geräte meist in sicheren Netzwerken stattfand. Doch mit den heutigen Möglichkeiten der Signalmanipulation und durch den Zugang zu moderner Technologie haben sich die Bedrohungen vervielfacht.

Hinzu kommt, dass viele dieser Geräte nicht besonders gut gegen Cyberangriffe oder Manipulationen geschützt sind. Sie sind oft veraltet oder verwenden unverschlüsselte oder nur leicht verschlüsselte Signale. Das eröffnet Schlupflöcher für feindliche Akteure.

Interviewer: Wie könnte ein solcher Angriff ablaufen? Können Sie uns ein Szenario schildern?

Herr K.: Nehmen wir an, ein Soldat oder ein Sicherheitsbeamter verwendet ein Funkgerät in einem Krisengebiet. Ein Gegner könnte dieses Gerät überwachen, indem er die Funkfrequenzen abhört. Über diese Überwachung könnte der Gegner ein spezielles Signal senden, das auf eine Frequenz abgestimmt ist, die das Funkgerät oder den Pager verwendet. Dieses Signal würde dann eine verborgene Sprengladung in der Nähe des Trägers aktivieren.

Ein weiteres Szenario wäre die Modifikation eines Geräts im Voraus. Wenn ein Funkgerät kompromittiert wurde – etwa durch den Einbau eines Sprengchips – könnte dieses Gerät bei einer bestimmten Funkfrequenz detonieren. Es wäre dabei schwer festzustellen, wann und wie genau der Sprengsatz platziert wurde, was die Verfolgung der Verantwortlichen extrem erschwert.

Interviewer: Das klingt erschreckend effizient. Sehen Sie in dieser Technik eine ernsthafte Bedrohung für militärische Operationen?

Herr K.: Absolut. Diese Art der ferngesteuerten Kriegsführung stellt eine erhebliche Bedrohung dar, vor allem, weil sie so schwer vorherzusagen und zu verhindern ist. In modernen Konflikten, insbesondere in asymmetrischen Kriegen, geht es oft darum, mit einfachen Mitteln maximalen Schaden anzurichten. Die Nutzung von alltäglichen Kommunikationsmitteln wie Funkgeräten und Pagern ist besonders perfide, weil sie in der Regel nicht als Waffen betrachtet werden. Außerdem lassen sie sich leicht in bereits bestehende Kommunikationsnetzwerke einschleusen.

Interviewer: Sie haben den Begriff „asymmetrische Kriegsführung“ angesprochen. Können Sie erläutern, was Sie damit meinen und warum diese neuen Methoden so effektiv sind?

Herr K.: Asymmetrische Kriegsführung beschreibt im Wesentlichen Situationen, in denen ein nichtstaatlicher oder schwächerer Akteur gegen eine militärisch stärkere Macht kämpft. Anstatt auf konventionelle Weise – also mit großen Armeen oder hochentwickelten Waffen – anzugreifen, setzen diese Akteure auf unkonventionelle Methoden. Sie nutzen Improvisation und die elementaren Schwächen des Gegners aus. Das kann Cyberwarfare, Guerillataktiken oder eben den Einsatz von IEDs (improvisierten Sprengsätzen) umfassen.

Indem sie Funkgeräte und Pager als ferngesteuerte Waffen nutzen, wenden sie sich gegen einen entscheidenden Faktor moderner Armeen: deren Abhängigkeit von Kommunikationstechnologien. Das Schlimme daran ist, dass diese Art der Kriegsführung nicht nur tödlich, sondern auch psychologisch sehr wirksam ist. Wenn Soldaten oder Agenten befürchten müssen, dass ihre eigenen Kommunikationsmittel sie in die Luft sprengen könnten, untergräbt das das Vertrauen in die eigene Ausrüstung und schwächt die Moral.

Interviewer: Wie kann man sich als Militär oder Sicherheitsbehörde vor solchen Angriffen schützen? Gibt es Präventionsmaßnahmen?

Herr K.: Es gibt verschiedene Ansätze, um solche Bedrohungen zu mindern, aber die Herausforderungen sind immens. Zum einen ist die Verschlüsselung der Kommunikation ein wichtiger Schritt. Moderne militärische Kommunikationsgeräte sollten so ausgelegt sein, dass sie hochsichere Verschlüsselungen verwenden, die es Dritten extrem erschweren, die Signale abzufangen oder zu manipulieren. Allerdings kann auch eine starke Verschlüsselung keine absolute Sicherheit garantieren.

Zum anderen können Frequenz-Jammer eingesetzt werden, die verdächtige Signale blockieren und verhindern, dass sie die Sprengvorrichtungen erreichen. Diese Technologie kann jedoch auch die eigenen Kommunikationswege stören, was ein zweischneidiges Schwert ist.

Langfristig gesehen müssen Funkgeräte und Pager möglicherweise durch neuere, sicherere Kommunikationssysteme ersetzt werden. Quantum-Kommunikation oder andere aufstrebende Technologien könnten in Zukunft sicherere Alternativen bieten. Aber das ist momentan noch Zukunftsmusik. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, auf dem Feld verwendbare, sichere Lösungen zu finden, die auch in schwierigen Situationen, wie in Kriegsgebieten, funktionieren.

Interviewer: Wie sehen Sie die Zukunft dieser Art von Bedrohung? Werden wir mehr solcher Angriffe sehen?

Herr K.: Leider ja, ich denke, dass wir uns auf eine Zunahme dieser Art von Bedrohungen einstellen müssen. Kriegsführung wird immer mehr in den digitalen Raum verlagert. Wir haben gesehen, wie Cyberattacken ganze Infrastrukturen lahmlegen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch immer mehr alltägliche Geräte als Waffen umfunktioniert werden.

Besonders besorgniserregend ist, dass diese Art von Technologie nicht nur für militärische Zwecke verwendet werden könnte. Terroristische Gruppen, kriminelle Organisationen oder auch Einzelpersonen könnten solche Methoden einsetzen, um Zerstörung zu verursachen. Die Technik dafür ist vorhanden und wird zunehmend zugänglich.

Interviewer: Das klingt beunruhigend. Haben Sie noch abschließende Gedanken zu diesem Thema?

Herr K.: Ja, was wir hier sehen, ist eine der neuen Fronten der modernen Kriegsführung. Es ist wichtig, dass nicht nur das Militär, sondern auch die Zivilgesellschaft die Gefahren erkennt, die mit der zunehmenden Vernetzung und Abhängigkeit von Technologie einhergehen. Funkgeräte und Pager sind nur ein Beispiel, aber das eigentliche Problem ist größer: Es geht darum, wie wir in einer digitalisierten Welt mit den Schwachstellen umgehen, die uns immer angreifbarer machen.

Ich hoffe, dass wir als Gesellschaft schneller lernen, uns auf diese neuen Bedrohungen einzustellen, bevor sie außer Kontrolle geraten.

Interviewer: Vielen Dank für Ihre Einblicke, Herr K.

Herr K.: Gern geschehen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Internetreputation:Interview mit dem Digitalexperten Tim Schlautmann vom Unternehmen Marketport

Next Post

Autogipfel: Deutsche Autoindustrie unter Druck – Wettbewerb mit China spitzt sich zu