Die Einführung temporärer Grenzkontrollen in Deutschland könnte die Wirtschaft empfindlich treffen, wie eine Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade zeigt. Laut Berechnungen von Volkswirtin Jasmin Gröschl dürften die zusätzlichen Wartezeiten an den Grenzen die Kosten für den Transport und den Import von Waren um etwa 1,7 Prozent steigen lassen. Dies hätte weitreichende Folgen für das gesamte Handelsvolumen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
„Die gestiegenen Kosten für den Warentransport führen nicht nur zu Verzögerungen, sondern schwächen auch die Dynamik des internationalen Handels“, betont Gröschl. Sie warnt vor einer potenziellen Kettenreaktion, die den deutschen Außenhandel insgesamt erheblich beeinträchtigen könnte. Die Prognose ist alarmierend: Der Handel könnte dadurch bis zu 1,1 Milliarden Euro jährlich verlieren – ein schwerer Schlag für eine ohnehin angespannte Wirtschaftslage.
Die Auswirkungen dieser Grenzkontrollen betreffen nicht nur große Unternehmen, sondern auch zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe, die auf eine reibungslose Warenlieferung angewiesen sind. Die Analyse verdeutlicht, dass temporäre Maßnahmen an den Grenzen langfristige Effekte auf den Wirtschaftsstandort Deutschland haben könnten, sollte keine Entlastung in Sicht sein.
Mit Blick auf die globale Wettbewerbsfähigkeit und die bereits hohen Transportkosten in Europa könnte dies zu einer zusätzlichen Herausforderung für deutsche Exporteure werden.