Das deutsche Handwerk steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Laut einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen bundesweit etwa 113.000 Fachkräfte. Besonders dramatisch gestaltet sich die Lage in den Bereichen Bauelektrik und Kfz-Technik. In diesen Schlüsselbranchen herrscht akuter Personalnotstand. Allein für Bauelektriker sind rund 18.300 Stellen unbesetzt, während in der Kfz-Technik etwa 16.300 Fachkräfte dringend gesucht werden. Doch auch in anderen Handwerksbereichen ist die Lage prekär: So fehlen im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aktuell 12.200 qualifizierte Arbeitskräfte.
Das IW macht auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam: Die Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften wächst rasant, doch die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge kann mit diesem Tempo nicht mithalten. Besonders in Zeiten wachsender Anforderungen an Handwerksbetriebe, etwa durch den Ausbau der Elektromobilität oder die Energiewende, droht der Fachkräftemangel zu einem ernsthaften Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung zu werden. Unternehmen geraten unter Druck, Projekte zu verzögern oder sogar abzulehnen – eine alarmierende Entwicklung, die die deutsche Wirtschaft nachhaltig beeinflussen könnte.